Anreiz für ÖPNV-Nutzung Osnabrück baut eigenen Elektrofahrrad-Verleih auf

Elektrofahrräder für alle: Das kann der Pedelec-Verleih bieten, den die Stadtwerke Osnabrück planen. Foto: David EbenerElektrofahrräder für alle: Das kann der Pedelec-Verleih bieten, den die Stadtwerke Osnabrück planen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Schon 2017 wollen die Stadtwerke Osnabrück mit dem Aufbau eines eigenen Elektrofahrrad-Verleihs beginnen. Das voll automatisierte System soll mehr Menschen zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bewegen.

Geplant ist nach Informationen unserer Redaktion die Einrichtung von zunächst drei Stationen, an denen voraussichtlich 15 Pedelecs aufgestellt werden. Geeignete Standorte würden zurzeit ermittelt. „Wir befinden uns in Gesprächen mit der Stadt“, sagt Werner Linnenbrink, Leiter der Abteilung Mobilitätsangebot beim Osnabrücker Verkehrsbetrieb.

Naheliegend seien Pedelec-Verleihstationen an wichtigen Bushaltestellen. Möglicherweise komme die Linie 41 (Voxtrup–Haste) dafür besonders infrage. Diese soll ab 2018 ausschließlich von E-Bussen bedient werden. Entlang der Strecke entstehen dann auch sogenannte Mobilpunkte: supermodern ausgestattete Drehscheiben des öffentlichen Nahverkehrs, mit Anschluss etwa an Stadtteilautos, Taxis – und eines Tages wahrscheinlich sogar fahrerlose Shuttles.

Mehrwert für den Kunden

Um auch den batteriebetriebenen Drahtesel in den ÖPNV einzubinden, erhalten die Stadtwerke Osnabrück finanzielle Unterstützung vom Bund. Das Wirtschaftsministerium gibt insgesamt 26.000 Euro zum Aufbau des hiesigen Pedelec-Verleihs dazu. Knapp 20.000 Euro davon sind für die Abstellanlagen bestimmt, gut 6000 Euro für die Räder. Das Geld stammt aus dem Anfang 2016 gestarteten Projekt „3connect“, das neue Angebote der Elektromobilität gezielt fördert.

Aber sind 15 Leihräder für die drittgrößte Stadt Niedersachsens nicht ein bisschen wenig? Linnenbrink beschwichtigt: „Wir wollen bescheiden und vorsichtig an die Sache herangehen. Aufbauen und lernen, lautet das Motto.“ Das System soll „für Osnabrück maßgeschneidert“ sein und könne im laufenden Betrieb gezielt erweitert werden – nämlich dort, wo die Nachfrage am größten ist. Außerdem soll es ohne große Zuschüsse auskommen. Der Mehrwert für den Kunden stehe im Vordergrund. „Das Fahrrad ist kein Feind des Busverkehrs. Wir wollen es als umweltfreundliches Verkehrsmittel in unser Portfolio aufnehmen und neue Anreize für eine ÖPNV-Nutzung schaffen“, erklärt der Stadtwerke-Chef.

Fahrgastzahlen verbessern

In Mettingen ist ihm das 2012 schon einmal gelungen. Damals noch Geschäftsführer der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM), schnürte Linnenbrink ein bundesweit einmaliges Paket aus preiswerter Busfahrkarte und Gratis-E-Bike – und verdoppelte so binnen eines Jahres die Zahl der verkauften Abos. Gleichzeitig richtete er eine Schnellbus-Haltestelle mit angegliedertem Elektrofahrrad-Verleih ein. Woraufhin die Auslastung der Linie S10 nach Osnabrück bis 2013 um zehn Prozent stieg. (Weiterlesen: Bestpreis-Abrechnung in Osnabrücker Bussen ab 2018)

Wann das Mietrad-System in Osnabrück tatsächlich an den Start geht, ist nach Angaben der Stadtwerke noch offen. Ebenso die Frage, wie es technisch umgesetzt wird. Einem Vortrag, den Linnenbrink Ende Oktober bei den Nahverkehrstagen 2016 in Hamm hielt, ist jedoch zu entnehmen, dass der Verleih voll automatisiert sein soll. Die Pedelecs sollen rund um die Uhr zur Verfügung stehen und die Buchungen über die hauseigene Smartphone-App „VOS Pilot“ laufen.


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