Initiative „50 aus Idomeni“ Osnabrücker kaufen Schlafsäcke und Zelte für Flüchtlinge


Osnabrück.  Mit einem Infostand am Dom hat die Osnabrücker Initiative „50 aus Idomeni“ am Wochenende für die Unterstützung von Flüchtlingen in Griechenland geworben. Von den Erlösen einer Spendensammlung sollen Schlafsäcke und Zelte gekauft werden.

„Nach der Schließung der Balkanroute im Frühjahr 2016 sitzen in Griechenland über 50.000 Geflüchtete fest. Sie leben unter miserablen Bedingungen in schlecht ausgestatteten Camps und hoffen auf eine Weiterreise in andere europäische Staaten. Wir versuchen, diese Menschen zu unterstützen und sammeln Spenden für Schlafsäcke und Zelte“, erklärte Renate Vestner-Heise von der Flüchtlingshilfe Rosenplatz am Samstag. Gemeinsam mit anderen Engagierten wirbt sie in  Osnabrück für mehr Engagement bei der Aufnahme von Flüchtlingen und klärt über die Lebensbedingungen in Flüchtlingscamps auf.

Im Vordergrund der Initiative „50 aus Idomeni“ steht jedoch die Umsetzung des „Relocation-Programms“, das im September 2015 von der EU beschlossen wurde und eine Entlastung der am meisten von Flüchtlingsströmen betroffenen Randstaaten Europas vorsieht. Renate Vestner-Heise und ihre Mitstreiter bemängeln, dass nur ein Bruchteil der Flüchtlinge aus Griechenland und anderen Staaten „umverteilt“ würden. Die Osnabrücker fordern deshalb eine Erhöhung der Aufnahmequote, um Hilfesuchenden bessere Lebensbedingungen zu ermöglichen. Ziel der Initiative ist es, 50 Personen aus griechischen Lagern legal in Osnabrück unterzubringen.

Schlafsäcke für Thessaloniki

Die Initiatoren versuchen nun mithilfe von Spenden, Schlafsäcke und Zelte für Flüchtlinge in Griechenland zu besorgen. „Die Menschen in den griechischen Lagern werden den Winter in ihren nicht beheizbaren Zelten oder kalten Industriehallen verbringen. Das Winterwetter in Nordgriechenland ist ähnlich kalt wie bei uns“, weiß Renate Vestner-Heise. Gesammelt wird für eine 30-köpfige Gruppe in der griechischen Hafenstadt Thessaloniki, die in einem Rohbau lebt und Wind und Wetter ausgesetzt ist. Bereits vor wenigen Wochen hatte die Osnabrücker Initiative Spenden gesammelt, um Wärmflaschen für Flüchtlinge zu organisieren.

Goldene Regel

Der Osnabrücker Religionsexperte Reinhold Mokrosch, Vorsitzender des Runden Tisches der Religionen, fordert deshalb mehr Toleranz und Unterstützung vonseiten der Bevölkerung. „In allen Religionen besteht die Anforderung, Fremde aufzunehmen. Für alle gilt die goldene Regel: Verhalte dich anderen gegenüber so, wie du erwartest, dass sie sich dir gegenüber verhalten.“

Die Aktivisten gingen bei Interessierten auf Stimmenfang für eine bundesweite Petition, die Anfang November gestartet wurde und die Bundesregierung auffordert, das Relocation-Programm umgehend umzusetzen. „Wir müssen den Finger in die Wunde legen. Jede Woche länger in den Lagern traumatisiert die heimatlosen Menschen noch mehr“, so die Initiatoren.


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