Leben und arbeiten am Osnabrücker Limberg Glitzer, Pailletten und Tutus: Sabine Meiners tanzt mit Kindern


Osnabrück. Für Sabine Meiners läuft es seit zwei Jahren beruflich gut: Sie hat in der Kaserne am Limberg den perfekten Ort gefunden, um ihre Tanz- und Kunstwerkstatt Erlebnisreich für Kinder zu betreiben. Dass dieser Ort für sie zeitlich begrenzt ist, will sie noch nicht recht wahrhaben.

Es ist Freitag, 16.30 Uhr. Langsam aber sicher haben sich alle neun Kinder des heutigen Tanz- und Kunstkurses im Sitzkreis um Sabine Meiners versammelt. Alle haben sich besonders chic gemacht. Zwischen rosa- und lilafarbenden Tutus mit Glit

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Die Limberg-Kaserne

Am Limberg befand sich nach dem Zweiten Weltkrieg die größte von sechs Kasernen der Briten in Osnabrück. Vor der Nutzung der britischen Streitkräfte wurde die Militärfläche von den Teutowerken genutzt. Sie produzierten auf dem südlichen Hang Munition für die Wehrmacht. Rund zehn Millionen Patronen sollen Frauen und ausländische Zwangsarbeiter hier monatlich hergestellt haben. Nach dem Ende des Krieges bauten die britischen Streitkräfte die Fläche zur Kaserne um. Dabei entstanden 167 Gebäude, das Gelände erstreckte sich auf einer Länge von 1,2 Kilometern und einer Breite von 750 Metern. Die Militärfläche wurde von den Briten für logistische Zwecke genutzt. Auch Panzerwerkstätten und Garagen befanden sich am Limberg. Zudem diente die Kaserne als Zwischenstation für Soldaten, die in den Irak oder nach Afghanistan ausrückten. 2009 verließen die Briten das Gelände und übergaben es an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).

Heute finden sich auf dem 70 Hektar großen Gelände Künstler, Bands, Kleinunternehmer und Existenzgründer. Auch der Stadtsportbund hat hier seine Geschäftsstelle bezogen und die Feuerwehr trainiert auf der Kaserne für Einsätze. Die Mehrheit der Baracken und Garagen soll in naher Zukunft abgerissen werden, da die Bausubstanz als marode gilt. Ein Kunstrasenplatz, die neue Turnhalle, die Unteroffiziersmesse und die ehemalige Sanitätsstation sollen erhalten bleiben. Letztere wird zu einer Kindertagesstätte mit 80 Krippen- und Kita-Plätzen ausgebaut. Seit dem Abzug der britischen Truppen plant die Stadt die Neuausrichtung der grünen Fläche. Auf dem 118 Meter hohen Limberg sollen im nördlichen Teil Gewerbebetriebe und Dienstleister einziehen. Im südlichen Teil wünscht sich die Stadt eine Mischung aus Gewerbe, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie Grünflächen.

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