Programm „Soziale Stadt“ in Osnabrück Stärken und Schwächen des Schinkel-Quartiers diskutiert

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„Es wurde nach vorne diskutiert“, sagte Heike Wohltmann (rechts) zur Beteiligung der Interessenten an der Bürgerwerkstatt Schinkel. Foto: Stefan Buchholz„Es wurde nach vorne diskutiert“, sagte Heike Wohltmann (rechts) zur Beteiligung der Interessenten an der Bürgerwerkstatt Schinkel. Foto: Stefan Buchholz

Osnabrück. Nach dem Quartier Rosenplatz will die Stadt auch für einen Bereich im Schinkel ein sogenanntes „integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ erstellen. Ziel ist die Aufnahme ins Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“. Zur Vorstellung des Planes wurden die Stadtteilbewohner nun zu einer Bürgerwerkstatt eingeladen.

Im Heinz-Fitschen-Haus erfuhren die rund 70 Teilnehmer zunächst den aktuellen Stand des Vorhabens. Für die Ausarbeitung der Bewerbung hat die Stadtverwaltung das Bremer Büro Planwerkstadt beauftragt. Mit den externen Beobachtern einigte man sich zunächst auf das Untersuchungsgebiet. Denn: Nicht die gesamte historische Fläche der bis 1914 eigenständigen Gemeinde Schinkel wird in das Entwicklungskonzept aufgenommen. Schinkel-Ost etwa, auf der offiziellen Stadtkarte ohnehin ein eigener Stadtteil, zählt genauso wenig zum 110 Hektar großen Untersuchungsgebiet wie das Widukindland. Auch einige Randbereiche des eigentlichen Stadtteils Schinkel sind ausgenommen. Begrenzt wird die Fläche von der Borsigstraße, dem Jeggener Weg, der Mindener Straße und Teilen des Haseparks sowie der Schinkel- und Oststraße. Einem Äquator gleich, zieht sich das Bahngleis der Schinkelkurve durch das Quartier genannte Untersuchungsgebiet.

Daten erhoben und übermittelt

Da das Entwicklungskonzept nicht nur bauliche Veränderungen vorsehen soll, lieferte die Kommune den Planern aus Bremen auch Sozialdaten. Ermittelt wurde dabei, wie viel Migranten im Quartier leben, wie es um den Sprachstand bestellt ist und wie viele Menschen arbeitslos sind und staatliche Transferhilfen beziehen. Ein Beispiel: Beträgt der Ausländeranteil in der Stadt gesamt 16 Prozent, lebt davon fast jeder Dritte im Untersuchungsgebiet. In manchen Quartiersbezirken ist jedes zweite Kind von Armut betroffen, wenn es zu den 25 Prozent derjenigen Familien gehört, die Transferhilfen beziehen.

Neben den Daten und Sichtweisen der Stadt auf den Schinkel informierten sich die Bremer etwa auch bei Verantwortlichen aus Vereinen, Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen. Bei diesem ersten Akteurstreffen ermittelte man die Kernthemen: Wohnen, Wohnumfeld, Grünflächen und Spielplätze, Verkehr und Mobilität, soziale Infrastruktur sowie Integration. Sie klopfte man auf Stärken und Schwächen ab.

Wunsch nach einem Quartierszentrum

In der Bürgerwerkstatt brachten jetzt auch rund 70 Stadtteilbewohner ihre Ansichten auf das Untersuchungsgebiet mit ein. Plädiert wurde etwa für ein zentrales Quartierszentrum, da das Heinz-Fitschen-Haus zu sehr am Rand liege. Ebenso sollte es nach Vorstellungen mancher einen Quartiersbus geben. Andere meinten, es fehle eine geografische Mitte und es brauche mehr stadtteilinterne Informationen.

Und: Ein Leuchtturmprojekt müsse her, etwa in Form eines Gebäudes, das dem Schinkel Strahlkraft verleihe. Einig war man sich auch, dass dem Stadtteil in Osnabrück ein von außen definiertes, unberechtigtes Negativimage anhafte.

Entscheidung erst 2018

Wie geht es weiter? Der Bürgerwerkstatt folgt im November ein zweites Akteurstreffen. Bis Ende des Jahres präsentieren die Planer aus Bremen der Stadt ihren Bericht. Auf dieser Grundlage erstellt sich die Verwaltung ein eigenes Bild und legt dem Rat das Vorhaben vor. Im Sommer 2017 will man den Antrag an das Land schicken. Dort wird bis Frühjahr 2018 entschieden, ob Osnabrück mit dem Schinkel-Quartier in das Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wird. Ein positives Votum aus Hannover gilt als die „halbe Miete“, die letzte Entscheidung verbleibt aber beim Bundesbauministerium.


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