Schwager brutal misshandelt Brüder wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Von Heiko Kluge

Vor dem Landgericht Osnabrück muss sich derzeit ein Brüderpaar aus Syrien verantworten. Symbolfoto: Michael GründelVor dem Landgericht Osnabrück muss sich derzeit ein Brüderpaar aus Syrien verantworten. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Wegen versuchten Totschlags und Vergewaltigung muss sich derzeit ein Brüderpaar vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Die Männer sollen ihren Schwager sexuell gedemütigt haben. Anschließend sollen sie versucht haben, ihn zu töten.

Zum Prozessauftakt beschränkte sich das Gericht am Montag darauf, den Vertreter der Staatsanwaltschaft die Anklage verlesen zu lassen.

Demnach haben die 35 und 32 Jahre alten Brüder aus Rache gehandelt. Die beiden Syrer seien gekränkt und verärgert gewesen, weil sich der Geschädigte zumindest zeitweise von ihrer schwangeren Schwester getrennt hatte. Mit der Frau soll der Geschädigte nach islamischen Recht verheiratet gewesen sein.

Unter einem Vorwand in die Wohnung gelangt

Der Staatsanwalt schilderte den Fall so: Unter dem Vorwand, mit ihm Tee trinken und einen Rasierapparat vorbeibringen zu wollen, kamen die Angeklagten am 2. Mai gegen 15 Uhr in die Wohnung des Mannes in der Natruper Straße. Dort zogen sie zunächst die Vorhänge zu, damit niemand das Geschehen von draußen beobachten konnte.

Mit Schere und Schlagstock

Dann stach der jüngere der beiden Brüder mit einer Schere auf den Mann ein und verletzte ihn an der Hand. Anschließend schlug er mit einem hölzernen Schlagstock, den er mitgebracht hatte, mehrmals auf den Kopf seines Schwagers, bis die Waffe schließlich zerbrach. Danach setzte er sich auf den am Boden liegenden, stark blutenden und schreienden Mann und schnitt ihm einen Teil der Kopfhaare ab.

In der Anklageschrift heißt es weiter, der ältere der beiden Angeklagten habe dem bereits verletzten Geschädigten die Hose heruntergezogen und ihn mit einem Gegenstand vergewaltigt. Anschließend sollen beide den Mann weiter geschlagen haben. Auch sollen sie ihn gezwungen haben, ihre Schuhe zu küssen. Die Hiebe hätten erst aufgehört, als Polizisten die Tür zu der Wohnung aufbrachen.

Staatsanwalt: Angeklagte wollten töten

Den Angeklagten sei es darauf angekommen, den Mann zunächst zu demütigen und ihn im Anschluss mit stumpfer Gewalt zu töten, bilanzierte der Staatsanwalt. Neben Stichverletzungen und Prellungen habe der Geschädigte ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten.

Nach der Anklageverlesung vertagte sich das Gericht. Der Prozess wird in der vorletzten Novemberwoche fortgesetzt.


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