Chancen digitaler Geschäftsmodelle Veranstaltung „Treffpunkt Innovation 2016“ im ICO

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Oliver Thomas von der Universität Osnabrück referierte über hybride Wertschöpfung. Foto: Thomas OsterfeldOliver Thomas von der Universität Osnabrück referierte über hybride Wertschöpfung. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. „Digitale Bredouille? Wie sieht mein Geschäftsmodell 4.0“ aus?“ lautete jetzt das Thema bei der Diskussionsveranstaltung „Treffpunkt Innovation 2016“ im Innovations-Centrum Osnabrück (ICO). IT-Experten und Unternehmer setzten sich mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung auseinander.

„Bredouille“ wird gemeinhin mit Verlegenheit oder Bedrängnis übersetzt. Wirklich bedrängt durch die digitale Entwicklung fühlte sich beim „Treffpunkt Innovation“ aber keiner der Referenten oder Teilnehmer. Im Gegenteil, in den Vorträgen und Gesprächen überwog ganz klar die Begeisterung für die neuen Möglichkeiten.

Als Hauptreferent sprach der Osnabrücker Wirtschaftsinformatik-Professor Oliver Thomas über hybride Wertschöpfung vor dem Hintergrund der Digitalisierung. Gemeint ist damit die Bündelung von Produkten, Services und Informationstechnologien. Als Beispiele nannte Thomas die Anwendung von Apps im technischen Kundendienst oder die Nutzung von Virtual-Reality-Brillen zu Schulungs- und Wartungszwecken. Wachstumspotential und Wettbewerbsvorteile liegen seiner Auffassung nach in der Aufbereitung von Informationstechnologien für Produkte und Services.

Als zweiter Sprecher zeigte Hannes Nehls, Professor für Interaction Design an der Hochschule Osnabrück, die Vorteile der Einbeziehung von Kunden und Nutzern in den Innovationsprozess auf. „Menschen wollen mitgestalten“, erklärte er und stellte erfolgreiche Beispiele für nutzergesteuerte Gestaltung vor. Zum einen zeigte er einen Tischlampe, deren Schirm sich nach Erfassung des Raums durch ein Lasermessgerät so formen lasse, dass sie jede gewünschte Ecke des Raums optimal ausleuchte. Als weiteres Beispiel stellte er einen chinesischen Smartphone-Hersteller vor, der bei der Entwicklung seines eigenen Betriebssystems die zukünftigen Nutzer einbezogen hat.

Jens Möller von der DKE-Data GmbH sprach über die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle durch Kooperationen unter Wettbewerbern. Im Auftrag von zehn verschiedenen Landtechnikherstellern entwickelt das Osnabrücker IT-Unternehmen derzeit eine herstellerneutrale, produktübergreifende Datendrehscheibe. Ende 2017 soll dieses neue „Data-Hub“ in Betrieb gehen. „Eine solche Kooperation in der digitalen Welt hat es bisher noch nicht gegeben“, erklärte Möller. Eine Differenzierung der Plattform auf die Bedürfnisse der einzelnen Hersteller und ihrer Kunden sei aber weiterhin möglich.

Zum Abschluss berichtete Tischlermeister Matthias Vielstädte von der gleichnamigen Tischlerei in Ostercappeln wie Digitalisierung im Handwerksbetrieb aussieht. Die Kunden-, Auftrags- und Bestelldaten werden in seinem Unternehmen genau erfasst, was Kosten spare, bestimmte Arbeiten effizienter und Aufwände leichter berechenbar mache. „Wichtig dabei ist es, die Mitarbeiter mitzunehmen und für die neue digitale Technik zu begeistern.“


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