Kardinal-von-Galen-Haus Neues Zuhause für Menschen mit Behinderungen in Osnabrück

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Der ehemalige Weihbischof Theodor Kettmann weihte mit Mitarbeiterein Sophia Brinker das Kardinal-von-Galen-Haus ein. Foto: Swaantje HehmannDer ehemalige Weihbischof Theodor Kettmann weihte mit Mitarbeiterein Sophia Brinker das Kardinal-von-Galen-Haus ein. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Im Stadtteil Schölerberg ist das Kardinal-von-Galen-Haus eingeweiht worden. Die Einrichtung in unmittelbarer Nähe zur St. Josephskirche ist das neue Zuhause für 24 Menschen mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen. Gebaut wurde das Haus vom Caritasverband.

Dessen Direktor, Franz Loth, erinnerte daran, dass den anderthalb Jahren Bauzeit eine sechsjährige Planungszeit vorausging. Solche Fristen könnten sich auch einmal als negativer Standortfaktor erweisen, merkte Loth an.

Das Kardinal-von-Galen-Haus orientiere sich an den Bedürfnissen der Bewohner: Leben wie jeder andere auch, leben mit anderen und leben in einer Gemeinde. Loth dankte der Kirchengemeinde St. Joseph, dass sie das Vorhaben so gut unterstütze. „Das ist ein wichtiges Signal für ein gutes Miteinander und für die Teilhabe der neuen Nachbarn. Wir wünschen uns, dass wir mit ihnen allen den eingeschlagenen Weg gemeinsam weiter beschreiten, dass wir Schwierigkeiten und Probleme gemeinsam lösen und Erfolge und Freuden gemeinsam genießen.“

Jeder Einzelne zählt

Nicht die Behinderung der jungen Menschen stehe im Mittelpunkt, sagte Rita Nolte, Geschäftsbereichsleiterin Behindertenhilfe und Psychiatrie. „Für uns zählt der Mensch, jeder Einzelne mit seiner eigenen Persönlichkeit, mit seinen unterschiedlichen Begabungen, Stärken und auch Schwächen.“

Die Segnung des neuen Hauses nahmen der ehemalige Weihbischof Theodor Kettmann und Pfarrer Hermann Hülsmann vor. Die Terminierung der Einweihung hatte man bewusst auf den Weihetag von Kardinal Clemens von Galen vor 83 Jahren gelegt. Der Kirchenmann aus Münster predigte während der NS-Zeit gegen die staatlich initiierte Tötung von Menschen mit Handicap.

Die jetzigen Bewohner im Alter von 20 bis 32 Jahren lebten bislang in der St. Johann-Behindertenhilfe. Da aus den ehemaligen Kindern und Erwachsenen nun Erwachsene geworden sind, änderten sich auch die Anforderungen an das Zuhause, lautete eine Überlegung des Caritasverbandes für den Neubau am Schölerberg. Möglich wurde das Vorhaben, weil das Gemeindehaus in die zu groß gewordene Josephskirche integriert wurde und man so Platz schuf.

3,2 Millionen investiert

Die 24 Bewohner leben in vier Wohngemeinschaften, die jeweils aus sechs Einzelzimmern bestehen. Jede Wohngruppe hat einen Wohnzimmer-, Küchen- und Essbereich, der gemeinsam genutzt wird. In der Regel arbeiten die Bewohner in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung oder in einer Tageförderstätte. Unter Bauleitung des Stephanswerkes investierte der Caritasverband rund 3,2 Millionen Euro in das neue Haus. Daran beteiligte sich das Land Niedersachsen mit 520000 Euro, die Aktion Mensch mit 110000 Euro.

Weitere Zahlen präsentierte Ulrich Saremba, der technische Geschäftsführer des Stephanswerkes: „Für die Wohnfläche von 1500 Quadratmetern, verbauten die Handwerker 630 Kubikmeter Beton und 850 Tonnen Stahl. Die Maler tapezierten und strichen 4300 Quadratmeter Wände und Decken. Drei Kilometer Rohrleitung und 16 Kilometer Kabel verlegten andere Gewerke.“


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