Aus einem Blog wird ein Buch Osnabrückerin sammelt Zettelgeschichten

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Mit Zetteln und den Geschichten dahinter hat sich Frauke Lüpke-Narberhaus beschäftigt. Foto: Katharina Tenberge PhotographyMit Zetteln und den Geschichten dahinter hat sich Frauke Lüpke-Narberhaus beschäftigt. Foto: Katharina Tenberge Photography

Osnabrück. Wer hängt eigentlich Zettel an Laternenmasten, Hauswänden und Schwarzen Brettern auf? Die aus Wallenhorst stammende Journalistin Frauke Lüpke-Narberhaus (32) hat sich diese Frage gestellt und die Geschichten hinter den Zetteln in ihrem Blog und in dem Buch „Herz verloren – Hund gefunden“ veröffentlicht.

Viele Menschen suchen ihr gestohlenes Fahrrad oder eine Wohnung. Dennis sucht seinen Wal. Sie alle suchen mit einem Zettel. Frauke Lüpke-Narberhaus hat in ihrem Blog nicht nur die Zettel gesammelt, sondern die Geschichten dahinter recherchiert. Dennis und sein Wal – oder besser das Bild eines Wales – fanden zum Beispiel dank des Zettels wieder zueinander. Wie das genau war, erzählt Lüpke-Narberhaus im Buch.

Ein Zettel war es, der bei Frauke Lüpke-Narberhaus die Faszination entfachte: Jonas, 30 Jahre, suchte seine „hessische Perle“, die er an einem Samstagabend kennengelernt hatte. Wie diese Geschichte wohl ausgegangen ist, fragte sich Lüpke-Narberhaus. Von da an achtete sie darauf, was ihr so begegnet und sie stellte fest: „Es gibt so viele angefangene Geschichten.“

„Ein Spiegelbild der Gesellschaft“

Vor drei Jahren begann sie die Zettel und die Geschichten in ihrem Blog „Zettelgold“ zu sammeln. Der Blog erlangte große Bekanntheit und schließlich kam ein Verlag auf sie zu. Bei ihren Recherchen begegneten ihr Menschen „querbeet aus der Gesellschaft“. Darunter waren beispielsweise frustrierte Menschen, die einfach keinen Partner fanden. In manchen Zetteln schrien die Verfasser ihre Mitmenschen nahezu an. Fürsorgliche Menschen baten aber auch Hilfe an. Die Zettel seien ein „Spiegelbild der Gesellschaft“, sagt Lüpke-Narberhaus.

Hinter den Zetteln verbargen sich zum Teil viel spannendere Geschichten, als Frauke Lüpke-Narberhaus zunächst vermutet hatte. Als sie las „Pfeil und Bogen verloren“ dachte sie zunächst an ein Kind, dabei war es ein 34-jähriger Mann. Per Zettel wird aber nicht nur gesucht. Es wird protestiert oder eine Botschaft übermittelt. So hat es Osnabrück mit dem Zettel „Osnabrück liebt dich, verschenke ein Lächeln“ ins Buch geschafft, eine besondere Freude für die „Osnabrückerin im Herzen“. Auch die Frage, inwiefern Zettel Kunst sein können, thematisiert Lüpke-Narberhaus.

„Es gibt viel Kommunikation“

Während sie sich mit den Zetteln beschäftigte, merkte sie bald: „Es stimmt nicht, dass die Großstadt anonym ist. Es gibt viel Kommunikation.“. Deshalb setzt sich mit dem Kontext auseinander, interviewt im Buch beispielsweise einen Werbefachmann sowie eine Expertin zum Thema „Street-Art und Medien“. „Mir war es wichtig, das einzuordnen“, sagt sie.

Einfach so durch die Stadt gehen, kann die 32-Jährige nicht mehr. „Die Zettel springen mich an“, sagt sie. „Ich bleibe stehen und gucke.“ Ihr Gefühl sage ihr, wann es sich lohnt zu recherchieren.

Einen Einblick in die Geschichten hinter den Zetteln können die Osnabrücker am Dienstag, 15. November, bekommen. Dann liest Frauke Lüpke-Narberhaus um 20 Uhr in der Lagerhalle.


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