Kohlenmonoxid ausgetreten 100 Rettungskräfte üben Giftgasunfall in Osnabrück

Kohlenmonoxid-Vergiftung: 100 Rettungskräfte probten am Samstag den Notfall mit vielen Verletzten. Foto: Swaantje HehmannKohlenmonoxid-Vergiftung: 100 Rettungskräfte probten am Samstag den Notfall mit vielen Verletzten. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Einen „Massenanfall an Verletzten“ hat es am Samstagmorgen in Osnabrück-Atter gegeben – allerdings nur zum Schein: Über 100 Rettungskräfte übten einen Giftgas-Einsatz.

Das Übungsszenario: Aus einer defekten Heizungstherme im Gebäude der Firma Kwintet an der Leyer Straße in Atter ist unbemerkt Kohlenmonoxid ausgetreten. Um 9.50 Uhr geht der Notruf bei der Rettungsleitstelle ein, nachdem eine Frau über Übelkeit, Kopfschmerz und Schwindel geklagt hat. Die Rettungssanitäter, die als erste vor Ort sind, werden über das wahre Ausmaß des (scheinbaren) Unglücks informiert. „Eine Kohlemonoxid-Vergiftung lässt sich ja nicht simulieren“, sagte der Leiter der Sondereinsatzgruppe Rettung, Jens Rademacher, von der Berufsfeuerwehr. 25 Menschen, so die Übungsvorgabe, hielten sich in dem Gebäude auf und erlitten Kohlenmonoxidvergiftungen. In der Blaulicht-Sprache heißt so etwas „Massenanfall an Verletzten“, abgekürzt: MANV.

Zusammenspiel der Rettungsdienste

Jens Rademacher zeigte sich mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden. 25 Verletzte zu bergen und medizinisch zu versorgen, brauche seine Zeit. Die Retter hätten ihre Aufgabe „sehr gut“ erledigt. Natürlich gebe es einige Dinge, die noch verbessert werden können –zum Beispiel das Zusammenspiel der vielen Hilfsorganisationen. „Aber genau deshalb machen wir ja solche Übungen“, sagte Rademacher.

Etwa 100 Einsatzkräfte waren nach Angaben der Rettungsleitstelle in Atter im Einsatz. Alarmiert wurden die Berufsfeuerwehr, die Freiwilligen Feuerwehren Eversburg und Sutthausen, der Notfallseelsorger, Rettungsdienste, Notärzte und das Technische Hilfswerk (THW). Acht Rettungswagen, zwei Notarztfahrzeuge und sechs Kranktransportwagen standen zur Versorgung der Schein-Verletzten zur Verfügung.


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