Ausstrahlung kurz vor Weihnachten „Das perfekte Dinner“ dreht fünf Tage lang in Osnabrück


Osnabrück. Ende Oktober weihnachtet es in Osnabrück. Das wird nur möglich, wenn das Fernsehteam von „Das perfekte Dinner“ in der Stadt ist. Fünf Kandidaten aus der Region Osnabrück und dem Landkreis Vechta treten in der Kochdoku von Vox gegeneinander an. Eine Woche vor Weihnachten sollen die Folgen ausgestrahlt werden.

Hardy Westerhoff betritt in voller Fanmontur den Rasen der Bremer Brücke. „Hardy, du darfst alles machen, was ein echter Fan im Stadion macht“, ruft ihm vom Spielfeldrand Jana Kruck, Redakteurin des Fernsehteams von „Das perfekte Dinner“ zu. Und das macht Hardy dann auch.

Er grölt, reißt die Arme hoch und dreht sich um die eigene Achse. Der 43-Jährige zieht das T-Shirt der Lila-Weißen über den Kopf, schwingt den VfL-Schal und singt „Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück“. Zu guter Letzt küsst er das Vereinslogo und rutscht auf Knien jubelnd Richtung Kamera. Nach drei Versuchen geht ihm dann auch diese Kampfansage an seine Mitstreiter ohne Verhaspler über die Lippen: „Nicht nur in meinem Wohnzimmer bin ich die Nummer Eins, sondern auch Zuhause in meiner Küche.“ Die Vorstellung seiner selbst als eingefleischter Fan ist geglückt. Hardys Hose ist nach seinem Einsatz dreckig und grün. „Mist, das ist meine einzige Hose“, kommentiert er. Das Filmteam stimmt daraufhin freudig ein Ärztelied an: „Und wie du wieder aussiehst, Löcher in der Hose ...“. Alle lachen.

Fünf Kandidaten unterschiedlichster Berufe

Es herrscht eine gelöste Stimmung bei den Dreharbeiten zu der Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“ in Osnabrück. Fünf Tage drehen drei Kamerateams im Stadion, in Cafés; in einem Hotel und bei den Kandidaten zu Hause. „Rund 14 Stunden Videomaterial kommen so pro Tag zusammen“, erzählt Aufnahmeleiter Stephan Méreau.

In der Koch-Doku treten fünf Kandidaten gegeneinander an und laden ihre Mitstreiter, die sie vorher nicht kennen, jeweils einen Wochentag zu sich nach Hause zum Essen ein. Die Kamera ist überall dabei: beim Einkaufen der Zutaten des Gastgebers, beim Dekorieren des Tisches, beim Kochen und auch beim Abendessen selbst. Ins Rennen für Osnabrück gehen: Ricarda Berlage (29, Projektleiterin einer Werbeagentur), Monika Kaiser (49, Kinderpflegerin) und Saskia Wiggerink (36, kreative Hausfrau) aus Osnabrück, Reinhard Schröder (56, Verkaufsberater) aus GMHütte und Hardy Westerhoff (43. Heilerziehungspfleger) aus Neuenkirchen-Vörden.

„Ich hatte am Dienstag alle zu Gast“, erzählt Hardy Westerhoff. „Wir haben von 8 Uhr morgens bis 12 Uhr nachts gedreht, aber es war ein geiler, lustiger Abend.“ Vor seinem Drehtag habe er kaum geschlafen und das Adrenalin sei während dem Kochen sein ständiger Begleiter gewesen. Beworben hat er sich bereits vor vier Jahren. „Ich koche gerne für Freunde, aber wollte meine Kreationen auch mal von Fremden bewerten lassen“, sagt er. „Ich finde das Konzept außerdem einfach geil.“

Weihnachten wird vorverlegt

Am Mittwoch lädt Monika Kaiser zum Dinner nach Haste ein. Bereits an der Tür empfängt das Kamerateam ein großer Elch und Weihnachtskranz. Und auch im Haus hat die Kandidatin von der Küche bis zum Esstisch alles weihnachtlich geschmückt – im Wohnzimmer steht sogar ein reich verzierter Weihnachtsbaum. Und alles, weil die Folgen aus Osnabrück eine Woche vor Weihnachten ausgestrahlt werden sollen.

Hobby-Köchin Monika Kaiser steht in der Küche und rührt hektisch mit einem Schneebesen im Topf. Dabei beobachten sie zwei Rentiere mit roten Nasen von der Dunstabzugshaube. Die Kamera verfolgt sie auf Schritt und Tritt, während zwei Aufnahmeleiter und zwei Regieassistenten Anweisungen erteilen. Beim Kochen kommentiert sie nervös jeden Arbeitsschritt und muss immer wieder auf ihre DIN A4-großen Spickzetteln an den Küchenschränken gucken. „Normalerweise kann ich das Dessert im Schlaf kochen und kenne jede Zutat“, sagt sie. „Früher gab es das immer bei meiner Tante, aber gerade bin ich zu aufgeregt.“ Ein Interview und schon brennt ihr beinahe das Dessert an. Dabei hatte sie alles zuvor schon mit ihren Freundinnen durchgespielt. „Ich fühle mich ein bisschen wie ein Gast in meinem eigenen Haus und alles ist voller Leute“, sagt sie.

Im Türrahmen beobachten Tochter Maira und Sohn Lennart Kaiser die Dreharbeiten. „Ich habe meine Mutter bei der Sendung angemeldet“, erzählt Maira Kaiser, die gerade extra Urlaub von ihrem Au-pair-Jahr in London nimmt, um der Mama bei den Dreharbeiten beizustehen. „Meine Mutter ist einfach ein guter Gastgeber, eine tolle Köchin und sie kann gewinnen“, ist sie überzeugt.

Harmonie zwischen den Kandidaten

Im Café Extrablatt wird anschließend die Menü-Vorstellung gedreht. „Die Gäste und Mitarbeiter sind zwar etwas eingeschüchtert, aber das ist gute Publicity für unseren Laden“, sagt Betriebsleiter Nuno Barros. Die Kandidaten Ricarda Berlage und Reinhard Schröder werden vom Fernsehteam mitten im Café vor Weihnachtskerze und Plätzchen platziert und philosophieren über die gefaltete Menü-Karte und das anstehende Festmahl bei Monika. Auch Saskia Wiggerink kommt wenig später hinzu. „Das Gruppengefühl ist erschreckend gut. Das habt ihr toll zusammengecastet“, sagt Reinhard Schröder in die Kamera und hebt den Daumen. „Wir sind schon eine WhatsApp-Familie geworden“, bestätigt Ricarda Berlage. Alle Kandidaten sind sich vor und hinter der Kamera einig: Zwischen den Konkurrenten herrscht eine „tolle Harmonie“, jeder verköstigt alles und kommentiere die Menüs wohlwollend.

Ob das wirklich so ist, sehen die Kandidaten und die Zuschauer erst kurz vor Weihnachten im Fernsehen. Die Ausstrahlung der Osnabrücker Folgen ist vom 19. bis 23. Dezember jeweils um 19 Uhr auf dem Sender Vox geplant.


„Das perfekte Dinner“ kurz und knapp erklärt

In der Sendung „Das perfekte Dinner“ servieren fünf Kandidaten bei sich zu Hause ein Drei-Gänge-Menü und einen Aperitif. Die Gäste bewerten den gesamten Abend, von der Stimmung über die Dekoration und Kochkunst bis hin zur Menüauswahl, und ermitteln, wer von ihnen der beste Gastgeber ist. Nach der Vorspeise dürfen sich die Mitstreiter auch in den vier Wänden umschauen. Für die Leistung des Gastgebers vergeben sie nach dem Dessert bis zu zehn Punkte. Erst am Ende der Woche, wenn alle Kandidaten gekocht haben, erfahren sie, wer von ihnen der Beste war. Der Sieger bekommt ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro.

Zahlen, Daten, Fakten

Die Koch-Dokumentation „Das perfekte Dinner“ gehört seit März 2006 fest ins Vox-Programm und erreicht täglich durchschnittlich 1,5 Millionen Zuschauer. Die Sendung wird von Montag bis Freitag um 19 Uhr bei Vox ausgestrahlt.

Die Idee entstammt ursprünglich der britischen Fernsehserie „Come Dine with Me“ und wurde mittlerweile von Sendern in 20 verschiedenen Ländern übernommen. 2007 wurde das Format mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Rubrik „Beste Kochshow“ ausgezeichnet. Seit Herbst 2006 gibt es zudem den „Ableger“ „Das perfekte Promi-Dinner“ zur Primetime. Erstmals traten im Oktober 2016 unter dem Titel „Das perfekte Profi-Dinner – Spitzenköche unter sich“ auch Profiköche gegeneinander an.

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