Enger Austausch geplant Japaner informieren sich über Klimaschutz in Osnabrück

Im Friedenssaal begrüßte Bürgermeister Burkhard Jasper (links) eine japanische Delegation, die sich über Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland informierte. Foto: David EbenerIm Friedenssaal begrüßte Bürgermeister Burkhard Jasper (links) eine japanische Delegation, die sich über Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland informierte. Foto: David Ebener

Osnabrück. Einen engen Austausch zwischen Deutschland und Japan über Fragen des Klimaschutzes und der Energiewende hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks im Mai angekündigt. Osnabrück ist jetzt die erste Station für diese Kooperation: Eine japanische Delegation erkundigt sich hier über Projekte zur nachhaltigen Erzeugung und Nutzung alternativer Energien.

Als die Delegation den Piesberg besuchte, sei es so neblig gewesen, dass die Rotorblätter der Windräder kaum zu sehen waren, erzählte Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Klima und Umweltschutz bei der Stadt Osnabrück. Für das Wetter kann ja niemand etwas. Und außerdem sind die Gespräche der Vertreter beider Länder viel wichtiger als der Blick auf die Technik: „Wir tauschen uns darüber aus, wie wir etwas machen und wie wir das organisieren“, erläuterte Gerdts nun bei einem Gespräch mit Vertretern beider Länder am Rande eines Empfangs im Rathaus.

Im Friedenssaal hatte Bürgermeister Burkhard Jasper einen Rückblick geboten auf die Entwicklung europäischer Politik bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden. Heute wie damals sei der Staat für die Sicherheit und die Gesundheit der Bürger verantwortlich. „Umweltschutz macht an keiner Grenze halt, deshalb ist es gut, dass Sie hier sind“, begrüßte er die Gäste aus Japan, die sich vor Ort mit Vertretern der Stadt, aber auch Mitarbeitern von Energieverbänden, den Stadtwerken und Beraterfirmen wie Ecos-Consult austauschten.

Erste Station Osnabrück

Das Treffen in Osnabrück war organisiert worden, nachdem Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und ihre japanische Amtskollegin Tamayo Marukawa im Mai Pläne für eine bilaterale Kooperation hinsichtlich Klimaschutztechnologien in die Wege geleitet hatten. Osnabrück und die Region sind nun die erste Station für die Präsentation von Projekten deutscher Kommunen und Städte.

Odawara, eine Stadt rund 80 Kilometer südwestlich von Tokio mit ähnlich vielen Einwohnern wie die Hasestadt, interessiere sich beispielsweise sehr für „Sun Area“, sagte der japanische Botschafter Kotaro Kawamata. Dabei handelt es sich um ein Projekt zur Ermittlung des Solarpotenzials von Städten und Kommunen, das in Osnabrück entwickelt wurde. 80.000 Euro habe die Stadt für die Erhebung der Daten und die digitale Aufbereitung ausgegeben. In der Folge hätten Hausbesitzer, Unternehmen und Stadtwerke 200 Millionen Euro in Photovoltaik-Anlagen investiert, rechnete Detlef Gerdts vor. Klaus Kuhnke vom Bundesverband Windenergie ergänzte: „Das ist Wertschöpfung in der Region, anstatt das Geld als Petrodollar um den Globus reisen zu lassen.“

Japanische Technik

Fünf Punkte nannten er und Gerdts, die bei der Umsetzung eines solchen Projekts berücksichtigt werden müssen – und die interessant für die japanischen Gäste seien: Die Methode des Laserscannings, der Umgang mit dem Geografischen Informations-System (GIS) zur Berechnung der Daten, das Verständnis für Solartechnik, die Kostenkalkulation und die Kommunikation mit den Bürgern, damit das Ganze am Ende auch umgesetzt wird.

Ob es denn für den Bau einer solchen Anlage Zuschüsse von der Stadt gäbe, fragte ein Vertreter aus Japan – und schon waren Gastgeber und Gäste wieder mittendrin im Austausch über die Möglichkeiten, bei denen auch auf japanische Technik gesetzt wird: „In Japan werden sehr effiziente Solarpanele entwickelt, die den Gewinn noch effizienter machen können“, sagte Gerdts. Wie da der aktuelle Stand ist, wird er schon bald in Japan erfahren. Denn in der kommenden Woche wird der Fachbereichsleiter zusammen mit anderen Vertretern aus der Stadt und der Region in den Inselstaat reisen.


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