Kurzfilmwettbewerb mit Workshop Osnabrücker Schüler drehen Filme über (Un-)Gerechtigkeit

Von Andre Pottebaum


Osnabrück. „Achtung Cybermobbing“, „Kinderarmut“ oder „Ist das gerecht?“ – mit diesen Filmtiteln bewerben sich Schüler der IGS Osnabrück und der Schule an der Rolandsmauer beim Kurzfilmwettbewerb „ganz schön ungerecht“. Ziel des Wettbewerbs ist es, Schüler aus Regel- und Förderschulen zusammen zu bringen und Berührungsängste abzubauen.

„Wir haben uns an der Schule bislang viel mit Film und Theater beschäftigt und sind immer auf der Suche nach neuen Projekten“, erklärt Meike Meinders von der Schule an der Rolandsmauer. Seit mittlerweile sechs Jahren kooperieren die Förderschule und die IGS Osnabrück, um Regelschüler und Schüler mit Unterstützungsbedarf zusammenzuführen und gemeinsame Projekte zu realisieren. „Für uns ist der Kurzfilmwettbewerb optimal, um die Zusammenarbeit im Team zwischen den Schülern zu fördern“, so Marc Kuschker von der Integrierten Gesamtschule.

Es geht um moralische Zwickmühlen

Rund 20 Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren haben sich nun an die Arbeit gemacht und erste Erfahrungen bei der Produktion von Kurzfilmen gesammelt. Inhaltlich geht es bei den Spiel-, Dokumentar- oder Animationsfilmen um moralische Zwickmühlen, soziale Ungleichheiten oder Cyber-Mobbing (Diffamierung im Internet). Nachgestellt wurden verschiedene Szenen, die die Jugendlichen bei einem Bewerbungsgespräch oder einem Einkaufsbummel in der Stadt zeigen und das Thema (Un-)Gerechtigkeit behandeln.

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Unterstützung erhalten die Schüler von zwei Filmemachern, die den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen. In einem Workshop vermittelten Sascha Prinz und Tobias Milde vom Verein Blickwechsel, der den Wettbewerb organisiert, Grundlagen der Videokompetenz, der Kameraführung oder auch der Szenengestaltung. „Wir unterstützen die Jugendlichen bei der Regie und erklären ihnen wie man einen Dialog auflöst oder wie man die Kamera richtig positioniert“, so Tobias Milde.

Medienzentrum fördert das Projekt

Zusammen mit den Schülern der IGS Osnabrück und der Schule an der Rolandsmauer stellten die beiden Experten verschiedene Szenen aus den eigens verfassten Drehbüchern nach, die mit Hilfe eines Drehbuchautors angefertigt wurden. In den kommenden Wochen sollen die Schüler so möglichst selbstständig Filmsequenzen produzieren und schneiden können. Gefördert wird das Kurzfilmprojekt durch das Medienzentrum Osnabrück, das technische Hilfsmittel wie Videokameras zur Verfügung stellt und beim Schnitt unterstützend mitwirkt.

Ausgerichtet wird der Wettbewerb vom Verein Blickwechsel aus Göttingen, der sich mit Medien- und Kulturpädagogik beschäftigt. Seit 2007 organisiert der Verein Wettbewerbe und Workshops zu wichtigen gesellschaftspolitischen Themen. Bis zum 15. Januar können sich Schüler der 8. bis 10. Klassen am Wettbewerb beteiligen und einen Kurzfilm von maximal fünf Minuten Länge einreichen. Eine Jury um Youtuberin und Comedian Idil Baydar sowie Schauspielerin Juliana Götze prämieren die besten Kurzfilme am 8. Februar 2017 bei einer Film-Gala in Hannover. Hauptgewinn ist eine Reise zur Berlinale, den internationalen Filmfestspielen in Berlin.

Kurzfilme beim Unabhängigen Filmfest in Osnabrück: Hier geht es zur Themenseite auf noz.de