Queen-Show zum Geburtstag Planetarium Osnabrück feiert 30-jähriges Bestehen


Osnabrück. Zum Geburtstag tritt am Samstag und Sonntag Queen auf – nicht die britische Königin, sondern die nicht minder britische Rockband. Sie ist im Osnabrücker Planetarium in einer fulminanten Show zu sehen, an deren Entwicklung der studierte Astrophysiker und Queen-Gitarrist Brian May mitgewirkt hat. Für Kinder gibt es zum 30-jährigen Bestehen des Planetariums ebenfalls eine neue Show.

1986 explodierte die NASA-Raumfähre Challenger kurz nach ihrem Start, die Raumsonde Voyager 2 flog am Uranus vorbei und fotografierte den Planeten mit seinen Moden, und die Sowjetunion schickte die Raumstation Mir in die Erdumlaufbahn. Aber auch auf der Erde war vor 30 Jahren viel los: Die Bayern fingen Werder Bremen am letzten Spieltag der Bundesliga ab und wurden doch noch Meister, die Band Queen veröffentlichte ihr Album „A Kind of Magic“ – und das Planetarium in Osnabrück wurde eröffnet, und zwar am 2. Oktober. „Das war kurz vor der damaligen Kommunalwahl, und das Planetarium musste schnell vorher noch eingeweiht werden“, erinnert sich Dr. Andreas Hänel mit einem Augenzwinkern.

Der Leiter des Planetariums trat seinen Dienst bereits am 1. August 1986 an. Er erinnert sich daran, dass das Museum am Schölerberg, in das seine Einrichtung integriert ist, damals noch eine Baustelle war. Es wurde erst 1988 eröffnet. Seit 1986 sollen nach einer Hochrechnung Hänels im Planetarium rund 550.000 Besucher etwa 14.000 Vorführungen gesehen haben.

Technik aus der DDR

Der Bau des Planetariums kostete 600.000 Mark. Er wurde zu gleichen Teilen von der Stadt, dem Land und dem naturwissenschaftlichen Verein finanziert, der das Geld über Spenden zusammen trug. Die Inneneinrichtung besteht aus deutscher Wertarbeit – und zwar aus Ostdeutschland. Die erste Projektionstechnik stammte von Carl Zeiss aus Jena, geliefert wurde sie jedoch aus Göttingen. „Das durfte zu DDR-Zeiten nicht offiziell bekannt gemacht werden“, erinnert sich Hänel. Die Kuppel des Planetariums, die immer noch in Betrieb ist, mit einem Durchmesser von acht Metern wurde eigens aus Gips angefertigt. Dafür reisten extra Arbeiter aus Rügen an. „Die haben genial auf den Millimeter gearbeitet“, so Hänel. Inzwischen ausgedient haben allerdings die Dia-Projektoren der Anfangszeit. Die brillanten Bilder im Planetarium werden seit 2013 mit dem High-Tech-Sternenprojektor „ZKP4“ auf die Kuppel geworfen.

Die Supernovas des Herbst- und Winterprogramms sind die Vorführungen „Ein Sternbild für Flappi“ für Kinder ab fünf Jahren und die 75-minütige Show „Queen Heaven“ mit den größten Hits der britischen Band, die zu faszinierenden Licht- und Lasereffekten erklingen. „Queen Heaven“ ist am Jubiläumswochenende, Samstag, 22., und Sonntag, 23. Oktober 2016, um jeweils 18 Uhr zu sehen, „Sternbild für Flappi“ am Samstag und Sonntag um 15 und 16 Uhr. Zusätzlich gibt es am Samstag um 17 Uhr das Programm „Von der Erde zum Universum“ und am Sonntag um 17 Uhr „Milliarden Sonnen“. Weitere Aufführungstermine in den kommenden Wochen können unter www.planetarium-osnabrueck.de abgerufen werden.

Ein Besuch im Planetarium sei faszinierend, weil dort der Sternenhimmel noch in seiner vollen Pracht betrachtet werden könne, sagt Hänel. Norbert Niedernostheide, kommissarischer Leiter des Museums am Schölerberg, ergänzt: „Dazu haben wir den technischen Standard, der in weit entfernte Galaxien führt.“


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