Kolumne Unabhängiges Filmfest 2016: Schockstarre an der Theke

Von Ralf Döring

Von wegen Jever: Im Dienst trinken die Filmfest-Reporter natürlich nur Antialkoholisches. Foto: Ralf DöringVon wegen Jever: Im Dienst trinken die Filmfest-Reporter natürlich nur Antialkoholisches. Foto: Ralf Döring

Die Filmfest-Reporter gehen gnadenlos ihrer Arbeit nach, vor allem dort, wo die härtesten Fakten zu finden sind: an der Theke. Am Eröffnungstag haben wir die Thekenkräfte dem Stresstest unterzogen

Dieses Filmfest scheint sich anders zu entwickeln als alle Festivals zuvor. Zum Beispiel bin ich der Erste, der seine Akkreditierung abgeholt hat; das ist sicher noch nie vorgekommen. Das Team hinter dem Filmfest-Counter nimmt es gelassen – im Gegensatz zu den Thekenkräften der Lagerhalle. Die wollen nämlich bei meinem Anblick geschlossen zum Bierhahn rennen, die Frage „ein großes Jever?“ ist nicht mal rhetorisch gemeint, sondern gilt anscheinend eher als Fundamentalsatz der Lagerhallen-Gastro. Warum eigentlich? Ich bin jedenfalls im Dienst, und da pflege ich eine geradezu preußisch-eiserne Disziplin. Sollten die Damen und Herren eigentlich wissen. Deshalb bestelle ich Kaffee – und versetze das gesamte Team in eine Art Schockstarre. Wenn Sie, liebe Gäste des Unabhängigen Filmfests Osnabrück, in diesem Jahr mit Ihrer Bestellung an der Theke nicht durchkommen: Es ist meine Schuld. Beziehungsweise meine Dienstbeflissenheit. Obwohl: Die Kolumne ist gefüllt, Feierabend. Also, liebe Leute: ein großes Jever bitte! Und siehe da: Die Schockstarre löst sich. Glück gehabt.