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Leerfahrt durch die Stadt Was hat es mit dem beleuchteten Bus in Osnabrück auf sich?


Osnabrück. Einigen Osnabrückern dürfte er bereits aufgefallen sein: Seit Montag fährt ein besonderer Bus der Stadtwerke Osnabrück durch die Stadt. Er ist im Inneren beleuchtet und ohne Fahrgäste unterwegs. Was hat es damit auf sich?

Bis einschließlich Donnerstagabend fährt der Lichtbus von jeweils 18 bis 22 Uhr durch die Stadt – ohne feste Route und ohne Fahrgäste. „Der Fahrer darf die Route ganz bewusst frei wählen“, sagt Marco Hörmeyer, Sprecher der Stadtwerke, auf Nachfrage unserer Redaktion. Mit dem Bus wollen die Stadtwerke als rollendes Lichtkunstobjekt auf das Shining Gap Festival im Botanischen Garten aufmerksam machen, das am Donnerstag startet und bis Sonntag läuft. Sie sind ein Sponsor des Festivals.

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Ein Hinweis auf das Festival fehlt am Bus. „Der Lichtbus soll die Menschen in Osnabrück neugierig machen und dazu animieren, sich selbst über die verschiedensten Medien über den Hintergrund und somit die Veranstaltung zu informieren“, sagt Hörmeyer. Lediglich der Hinweis „Sonderfahrt“ weist auf keine gewöhnliche Linie hin.

„Mobiles Lichtkunstwerk“

„Mit dem Lichtbus soll ein mobiles Lichtkunstwerk durch Osnabrücks Innenstadt zirkulieren und verschiedene Ort temporär beleuchten“, sagt Timo Roßberg, Künstlerischer Leiter und Gründer des Festivals. Der Bus veranschauliche das „Festivalthema ‚Exploring new spaces‘, also das Erkunden und Erforschen auf besondere Weise“, ergänzt er. „Die fehlenden Informationen sollen die Zuschauer bewusst irritieren und die Frage nach möglichen Präsentationsorten für Kunst stellen.“

Kritik am Nutzen

Auf der Facebook-Seite der Stadtwerke kritisiert ein Nutzer den ökologischen Aspekt der Werbeaktion. „Als Betreiber der Straßenbeleuchtung in Osnabrück halten wir die Veranstaltung für sehr geeignet, aus einer anderen, künstlerischen Perspektive den Fokus auf die Bedeutung und die Möglichkeiten des Themas Licht zu lenken und so das Bewusstsein für das Thema Licht zu schärfen“, weist Hörmeyer die Kritik zurück. Zudem habe die Veranstaltung eine große Bedeutung für die Stadt als Kulturstandort. Daher hätten die Stadtwerke den Lichtbus als „gutes und passendes Instrument zur Bewerbung der Veranstaltung ausgewählt“, ergänzt der Sprecher.

„Unnützes Umherfahren“

Ferner fragt sich der Facebook-Nutzer, ob das „unnütze Umherfahren“ nicht verboten sei. Denn der Straßenverkehrsordnung zufolge ist „unnützes Hin- und Herfahren innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn Andere dadurch belästigt werden“, heißt es in Paragraf 30.

„Aus Sicht unseres Juristen ist das nicht unnütz“, sagt Katrin Müllenkamp-Schlimme vom ADAC Deutschland auf Nachfrage unserer Redaktion. Nach Einschätzung des Juristen seien die Fahrten zulässig – schließlich sei mit der Werbung eine Zweckmäßigkeit gegeben. Allerdings gebe es zu diesem Sachverhalt bislang kaum Gerichtsurteile.


Das Shining-Gap-Festival

Das Shining Gap Festival für Lichtkunst versteht sich als Forum für zeitgenössische Licht in Verbindung mit einem außergewöhnlichen Ausstellungsort. In einem Zeitraum von vier Tagen präsentieren elf internationale und regionale Künstler nach Einbruch der Dunkelheit Arbeiten, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Festivalmotto „Exploring new spaces“ befassen. Neben klassischen Lichtkunstwerken zeigt die interdisziplinäre Open-Air-Ausstellung Videokunst, (Raum-) Installationen, Projektionen und Malerei. Entlang beleuchteter Pfade können Landschaft und Pflanzenwelt durch die Kunstwerke auf neue Weise erlebt werden. (Quelle: Timo Roßberg/Shining Gap Festival)

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