Auftritt im Rosenhof Norwegische Sängerin Maria Mena im Interview

Seit 15 Jahren im Musikgeschäft: Maria Mena. Foto: Agnete BrunSeit 15 Jahren im Musikgeschäft: Maria Mena. Foto: Agnete Brun

Osnabrück. Sie lebt in Oslo, ist 30 Jahre alt und kommt mit ihrem aktuellen Album „Growing Pains“ nach Deutschland: die norwegische Sängerin Maria Mena. Anlässlich ihres Auftritts im Rosenhof sprachen wir mit ihr über Fitness, Karriere und die Kunst des Liederschreibens.

Maria Mena , mit sechzehn veröffentlichten Sie ihren ersten Hit. Mittlerweile sind Sie seit 15 Jahren im Musikgeschäft. Wie fühlt sich das an?

Wenn ich darüber nachdenke, bekomme ich Gänsehaut. Niemals hätte ich einen Gedanken daran verschwendet, dass aus meinen Liedern eine solche Karriere entstehen würde. Ich habe Musik ja auch gar nicht gelernt. Eigentlich verspürte ich nur den Drang, Songs zu schreiben und über meine Gefühle zu singen. Aus irgendeinem Grund haben das wohl die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt gehört.

Im vergangenen Jahr sind Sie bei der „Night Of The Proms“ aufgetreten, mit berühmten Mitgliedern der Beach Boys, von Orchestral Manoeuvres In The Dark und mit John Miles. Eine besondere Erfahrung?

Oh ja! Es war das erste Mal, dass ich in meinem Leben das Gefühl hatte, einen „Job“ zu machen. Normalerweise bin ich mit meinen Leuten auf Tour und mache meine eigenen Regeln. Aber meine Band und die Crew, wir sind Freunde, fast so etwas wie eine Familie. Und es ist mehr wie ein Hobby, wenn wir unterwegs sind. Dagegen war die „Night Of The Proms“ eine sehr professionell strukturierte Sache. Da musste alles perfekt klappen. Ich dachte mir: Wenn dabei etwas schief geht, dann soll es auf keinen Fall an mir gelegen haben.

Wie bereiten Sie sich denn auf ihre Tour vor?

Work out ist angesagt. Ich versuche sogar, meine Bandmitglieder zum Mitmachen zu motivieren, aber die protestieren meistens. Dann sage ich: Eine Band, die zusammen trainiert, bleibt auch zusammen. Ich persönlich spüre einfach, dass ich besser singe, wenn ich eine gute Lungenkapazität habe. Dafür muss man halt etwas tun.

Das heißt, Sie halten sich fit und leben auch auf Tour gesund?

Klar. Sehen sie sich all die großen Bands an, zum Beispiel die Rolling Stones. Nachdem sie ihren Traum von Sex & Drugs & Rock´n´Roll ausgelebten haben, sind sie alle zu Gesundheitsfanatikern geworden. Anders ist das nicht zu schaffen.

Die Songs auf Ihrem aktuellen Album „Growing Pains“ sind sehr gefühlvoll. In welcher Situation fallen Ihnen solche Lieder ein?

Ich muss allein sein. Oder ich bin im Studio mit jemandem zusammen, dem ich absolut vertraue. Das Songwriting ist bei mir ein sehr persönlicher Prozess. Oft weine ich, nicht, weil ich traurig bin, sondern weil es ein befreiender Akt ist. Es ist ein selbstreflektierender, analytischer Prozess. Die Melodien entstehen oft im Traum, mitten in der Nacht. Sehr interessant. Ich glaube, wenn ich keine Musikerin geworden wäre, dann wäre ich jetzt Psychologin, weil ich mich sehr dafür interessiere, was in unseren Köpfen passiert.


Maria Mena live: Sonntag, 23. Oktober, Rosenhof. Beginn bereits um 19 Uhr.

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