Herbstakademie 2016 Schülerteams forschen in Osnabrück an Roboter-Schwärmen

Von Bastian Rabeneck


brab Osnabrück. Ihre Roboter sollen für Sicherheit im Verkehr sorgen oder sich zu Molekülen anordnen. Die Schüler der Herbstakademie hatten sich große Ziele gesetzt.

Drei Forschungsteams haben sich im Robotik-Kurs der 15. Herbstakademie gefunden. Die wird seit 2002 abwechselnd von der Stadt und dem Landkreis Osnabrück organisiert. Die Jungengruppe mit Daniel Wieczorek, Kevin Lucas Simon und Luca Enz beschäftigt sich – wie sollte es anders sein – mit Fußball. Sie wollen zwei ihrer Roboter so programmieren, dass sie einen dritten ins gegnerische Tor schieben. „Ich interessiere mich für Informatik. Mit Robotern habe ich aber noch nie gearbeitet. Deswegen wollte ich etwas Neues ausprobieren“, sagt Daniel. Damit der Ball-Roboter ordentlich über das Spielfeld rutscht, hat die Gruppe ihm aus Legosteinen Kufen gebaut. Man muss sich eben zu helfen wissen.

Chemie zum Anfassen

Gwendolyn Leimkötter, Anna Becker, Eva Meinen, Fabian Pohlkotte und Yannis Vierkoetter verbinden in ihrem Projekt Chemie und Informatik. Die Roboter der Oberstufenschüler stellen zwei Wasserstoff- und ein Sauerstoffatom dar. Auf Befehl sollen sie sich zu einem Wasser-Molekül anordnen. „Damit möchten wir die chemische Reaktion veranschaulichen“, erklärt Eva. Die flachen, weißen Roboter reagieren dabei auf Infrarotsignale ihrer Geschwister und scannen den Abstand zu den umliegenden Objekten.

Wie auf der Autobahn

In Gruppe drei tüfteln Moritz Unnerstall, Fabian Kastilan, Tizian Kreyer und Hendrik Purschke an einer Stausimulation. Mit schwarzem Klebeband haben sie eine Rennstrecke markiert, auf der ihr Roboter-Schwarm – so der Fachjargon – hintereinander im Kreis fährt. Stößt ein Roboter auf ein Hindernis und wird langsamer, muss der Rest sich an den Vordermann anpassen. So wie auf der echten Autobahn . Ganz ausgereift ist die Simulation aber noch nicht. Immer wieder bricht ein Roboter von der markierten Strecke aus. „Der Kontrast zwischen Markierung und Untergrund ist vielleicht zu gering. Deswegen erkennt er die Strecke nicht“, vermutet Fabian. Ihr Projekt möchte die Gruppe bei der Abschlusspräsentation am 10. November im Kreishaus vorstellen.

Den Horizont erweitern

Robert Stutzenstein (Mathe, Physik) vom Ratsgymnasium und Prof. Dr. Michael Brinkmeier von der Universität Osnabrück betreuen den Kurs. Brinkmeier beschäftigt sich mit der Didaktik der Informatik und erklärt die kleinen Roboter genauer: „Die Thymio-Roboter werden zu didaktischen Zwecken bei Schulklassen verwendet. So können die Schüler erste Erfahrungen beim Programmieren sammeln.“ Die Roboter werden per USB an einen Computer angeschlossen. Die passende Programmiersprache heißt Aseba und sei verhältnismäßig einfach zu lernen.

Insgesamt gibt es bei der diesjährigen Herbstakademie 12 Kursangebote, die von Informatik über Geschichte, Biologie, Englisch, soziale Arbeit und Lebensmittelwissenschaften bis zu Philosophie reichen. Rund 120 Schüler von acht Gymnasien aus dem Landkreis haben sich beworben. Die Herbstakademie soll laut Organisator Reinhardt Fulge den Horizont für spätere Berufe öffnen. „Jede Schule macht Themenvorschläge, zu denen sie etwas anbieten will. Die passenden Dozenten finden sich oft durch persönliche Kontakte“, erklärt der seit Februar pensionierte Lehrer.

Studenten sollen ebenfalls verstärkt mit eingebunden werden und das Angebot ergänzen. Ein paar haben sich für das Projekt zwar schon gefunden. Für die nächsten Jahre möchte Fulge aber noch mehr dafür begeistern. Die Herbstakademie findet jährlich in den letzten drei Tagen der Herbstferien statt. Hauptsponsoren sind die Sparkasse Osnabrück und die Stiftung Stahlwerk GMHütte.

Eine Liste aller Kursangebote der Herbstakademie 2016 finden Sie hier .