Angeklagte: Wir ahnten nichts Mit Falschgeld in Bad Iburger Spielothek

Symbolfoto: Michael GründelSymbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Im Juni 2016 verurteilte das Amtsgericht Bad Iburg einen 23-jährigen und einen 32-jährigen wegen Betruges in Tateinheit mit Inverkehrbringen von Falschgeld zu je sechs Monaten Haft auf Bewährung. Jetzt verhandelt das Landgericht die Berufung.

Der Beginn verzögerte sich, weil wichtige Teilnehmer etwas länger brauchten: Die Angeklagten waren noch auf Parkplatzsuche, außerdem stammt der 32-jährige aus dem Kosovo und spricht nur gebrochen deutsch. Das erforderte einen Dolmetscher, der aber zur falschen Zeit zum falschen Raum bestellt war und darum mit deutlicher Verspätung erschien.

Falsche Fünfziger

Im April 2015 ließen sich die beiden Angeklagten aus Bad Rothenfelde und Georgsmarienhütte in einer Bad Iburger Spielothek zwei falsche 50 Euro-Scheine wechseln. Das Amtsgericht Bad Iburg sah es als erwiesen an, dass sie die Blüten wissentlich unters Volk brachten.

Wichtiger Zeuge fehlte

Der Aufhänger für die Berufung: Die Männer geben an, die Scheine in der Spielothek von einem Dritten erhalten zu haben. Dieser habe dem 32-jährigen Geld geschuldet, der 23-jährige habe sich von dem Dritten 50 Euro zum Zocken leihen wollen. Dieser war auch als Zeuge geladen, erschien aber nicht. Weil seine Aussage zur Klärung der Sache unverzichtbar ist, stellte der Richter schon zu Beginn der Verhandlung fest: „Wir werden hier heute nicht fertig.“

Die 25-jährige Mitarbeiterin der Spielothek, die die Scheine wechselte, war als Zeugin geladen. Die Angeklagten und eine dritte männliche Person seien reingekommen und gemeinsam aufs Klo verschwunden. Das allein machte die 25-jährige noch nicht stutzig. Es gebe zwar nur eine einzige Toilette und keine Kabinen, aber: „Es passiert öfter, dass Leute zusammen da reingehen, zum Beispiel um Drogen zu nehmen“; da mische sie sich nicht ein.

Kein auffälliges Verhalten

Auch dass die Angeklagten etwa fünf Minuten nach dem Wechseln der Scheine die Spielothek wieder verließen, sei ihr nicht merkwürdig vorgekommen. „Es war viel Betrieb, und viele Gäste wollen an einem bestimmten Automaten spielen. Wenn der nicht frei ist, gehen sie halt weiter oder kommen nochmal wieder.“ Erst später fiel ihr beim Sortieren der Geldscheine auf, dass die Fünfziger anders aussahen als üblich. Der Vergleich mit anderen Scheinen zeigte schnell, dass es sich um Falschgeld handelte.

Weitere Beiträge über Gerichtsverfahren in der Region finden Sie hier

Da das Gericht ohne die Aussage des abwesenden Zeugen nicht feststellen kann, ob die Angeklagten das Falschgeld von ihm bekommen haben, ohne davon zu wissen, wird dieser beim Fortsetzungstermin im November vorgeführt.


0 Kommentare