„Holdrio again“ Otto Waalkes gastiert in der Osnabrückhalle


Osnabrück. Englischkurs für Vollpfosten, das Märchen von Hänsel und Gretel im modernen Kleid und dreckige Lieder für die Kinder im Publikum: Otto, der ostfriesische Götterbote, machte mal wieder in Osnabrück Station und belustigte das Publikum diesmal mit seinem Programm „Holdrio again“.

Die Zuschauer im Europasaal der Osnabrückhalle lachen sich scheckig, bevor der Komödiant überhaupt die Bühne betritt. Der Grund: Eine Laufschrift auf einer großen Leinwand heißt die Zuschauer herzlich willkommen und informiert auf Deutsch sowie in abstrusem Kauderwelsch über Programm, Land und Leute: Dass alle Darsteller „mit Mode aus der Altkleidertonne in Hasbergen ausgestattet“ seien, dass das Programm von der NOZ präsentiert würde, der „einzigen Tagezseitung ohne Druckfähler“ und dass man dem VfL zum „Aufstieg in die erste Bundesliga im Jahr 2099“ gratuliere.

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Da hat jemand seine Hausaufgaben gemacht, denn Scherze mit Regionalkolorit sind der beste Stimmungsgarant für Unterhaltungskünstler jeder Art. Vielleicht war es ja Otto Waalkes selbst, der den Text für Osnabrück präpariert hat. Jetzt fegt er mit seiner Elektrogitarre über die Bühne und lässt den Adrenalinspiegel der Zuschauer mit dem einleitenden Riff des Dire Straits-Hits „Money For Nothing“ steigen.

Otto und kein Ende: Langsam geht der ostfriesische Götterbote auf die 70 zu und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass er sich im Rampenlicht immer noch wohlfühlt. War er vor drei Jahren mit seinem Programm „Geboren um zu blödeln“ in der Osnabrückhalle zu Gast, so heißt seine Tour-Devise jetzt „Holdrio again“. Das an einen Howard Carpendale-Evergreen angelehnte Motto scheint Programm zu sein, denn das Singen und Jodeln nimmt immer mehr Raum in seiner Schau ein. Vor dem „Otto Huus“ und dem Leuchtturm, der Kulisse, in der er seit Jahren agiert, greift er bevorzugt zur Gitarre, um Songs und Schlager von gestern und heute zu persiflieren. Er macht den Maffay, den Udo Lindenberg, setzt in seiner immer wieder runderneuerten Hänsel & Gretel-Parodie neuerdings die Maske von Cro auf oder singt wie Sido und Andreas Bourani „…die Hex hebt ab“.

Drei Generationen im Publikum

Leicht brüchig ist Ottos Stimme geworden. Und natürlich hopst er auch nicht mehr wie Rumpelstilzchen auf Speed über die Bühne. Stattdessen überlässt er dem Publikum die Show, indem er die abgedroschensten Schlagerhits nur auf seiner Gitarre anspielt, worauf seine Fans brav anfangen zu singen. „Eigentlich hätte ich Eintritt bezahlen müssen, wenn ihr hier alles übernehmt“, sagt er anschließend mit einem breiten Grinsen.

Natürlich fehlt die Kinder-Ottifanten-Bescherung vorn am Bühnenrand inklusiver finaler Plüschtier-Kanonade nicht im Programm, Faultier Sid trifft im Puppentheater auf James Bumms und um das Publikum in den ersten Reihen tüchtig mehlieren und bespritzen zu können, macht er diesmal zur Melodie eines bekannten Weihnachtslieds „Ottos Bäckerei“ auf.

Mindestens drei Generationen Otto-Fans sitzen im Publikum, vom frischgebackenen Teen mit selbst gebastelter Götterboten-Kappe bis zum Oldie, der Otto noch aus seinen Anfangszeiten kennt. Alle amüsieren sich köstlich über diese typischen Witze, Kalauer, Sketche, Lieder und Geschichten, die nur Waalkes so bringen kann und für die sie den friesischen Gag-Giganten immer lieben werden…


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