Schwerpunkt Heimat Filmfest Osnabrück zeigt Produktionen aus arabischem Raum



Osnabrück. Am 19. Oktober startet das 31. Unabhängige Filmfest Osnabrück. Die neue Festivalleiterin Julia Scheck hält an alten Strukturen fest, präsentiert aber auch die neue Sektion „Filmfest Laut“ – eine Art cineastische Plattenkiste.

Ein Trend ist ganz offensichtlich: „Bei uns sind in diesem Jahr sehr viel mehr Einreichungen aus dem arabischen Raum eingegangen als sonst“, erklärt Julia Scheck. Sie ist die neue Leiterin des Unabhängigen Filmfests Osnabrück. Vier Jahre hatte Florian Vollmers federführend das traditionsreiche Festival geleitet , im Mai dieses Jahres löste ihn Scheck ab. „Sie ist kein Neuling, denn sie hat seit 2013 im Filmfest-Team gearbeitet“, meint Heinrich Funke, Vorsitzender des Osnabrücker Filmforums und Veranstalter während der offiziellen Vorstellung des diesjährigen Programms, das unter dem Themenschwerpunkt „Heimat“ steht.

Sieben internationale Produktionen

Offenbar steht Scheck für Kontinuität, denn an der bisherigen Programmstruktur hält sie bei der 31. Ausgabe der Veranstaltung in weiten Teilen fest. So wird es wieder die Sektion „Filmfest Frieden“ mit dem Wettbewerb um den Friedensfilmpreis Osnabrück geben. Sieben internationale Spiel- und Dokumentarfilme gehen in das Rennen um den von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur gestifteten und mit 12.500 Euro dotierten Preis. Darunter befinden sich mehrere Produktionen aus dem arabischen Kulturkreis, zum Beispiel aus Ägypten, Irak und Katar.

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„Wir zeigen viele Beiträge aus Ländern, die keine typischen Film-Länder sind“, erklärt Scheck. Auch für die Sektion „Vistas Latinas“ mit Produktionen aus Lateinamerika habe es viele Einsendungen gegeben. Der Grund hierfür seien die schrumpfenden Produktionskosten, bedingt durch die Digitalisierung des Filmsektors, und die gestiegene Motivation, sich in diesen Ländern filmisch mit den Lebensbedingungen auseinanderzusetzen.

Neue Sparte „Filmfest Laut“

Neben den Sektionen „Focus on Europe“, „Filmfest Extrem“, den beliebten Kurzfilmprogrammen und der Abteilung UFOlinos für junge Filmfans mit dem Filmpreis für Kinderrechte wird auch eine ganz neue Sparte aufgemacht: „Filmfest Laut“. Dabei handelt es sich um eine Art cineastische Plattenkiste mit ausgesuchten Dokumentar- und Spielfilmen aus der Welt der Musik.

Im Begleitprogramm des 31. Unabhängigen Filmfests geht es unter anderem um das fast vergessene Medium Super 8. Ein spezielles Kurzfilmprogramm widmet sich dem 30-jährigen Geburtstag des in Osnabrück angesiedelten Film- und Medienbüro Niedersachsen.

Bei der Lektüre des Programmheftes sei bei Birgit Strangmann und Susanne Tauss ein großes Interesse an den vielfältigen Filmproduktionen geweckt worden. „Ich muss mir wohl einige Abende freihalten“, sagt Tauss, Geschäftsführerin des Landschaftsverbands Osnabrücker Land, der speziell die Sektion „Focus on Europe“ fördert. Bürgermeisterin Strangmann hat sich einige Favoriten angekreuzt, die für engagiertes, politisches Kino jenseits der kommerziellen Kinowelt stehen.


Unabhängiges Filmfest Osnabrück: 19.-23. Oktober. Filmpassage Osnabrück, Filmtheater Hasetor, Haus der Jugend , Lagerhalle. Programm und Infos unter www.filmfest-osnabrueck.de

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