Verbesserte Arbeitsmarktintegration IQ-Netzwerk Niedersachsen feiert fünfjähriges Bestehen

Von Andre Pottebaum

Das IQ-Netzwerk Niedersachsen feiert in diesem Jahr fünfjähriges Bestehen. Das Förderprogramm unterstützt Zuwanderer mit im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Foto: Swaantje HehmannDas IQ-Netzwerk Niedersachsen feiert in diesem Jahr fünfjähriges Bestehen. Das Förderprogramm unterstützt Zuwanderer mit im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ – Das bundesweite Förderprogramm zur Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund feiert sein fünfjähriges Bestehen in Niedersachsen. Ziel des Netzwerkes ist es, Zugewanderten mit im Ausland erworbenen Bildungs- und Berufsabschlüssen den Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen.

„Wir versuchen Menschen, die aus dem Ausland kommen, bei der Integration auf dem Arbeitsmarkt zu begleiten“, sagt Rainer Bußmann vom IQ-Netzwerk Niedersachsen. Seit fünf Jahren kümmert sich das Netzwerk primär um die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen, um Einwanderern oder Menschen mit Migrationshintergrund eine Möglichkeit zu geben, auf dem hiesigen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ wurde 2005 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiiert und mittlerweile in allen 16 Bundesländern umgesetzt. Neben dem Bundesministerium werden die einzelnen Projekte auch durch den Europäischen Sozialfonds und das niedersächsische Ministerium für Gesundheit, Soziales und Gleichstellung gefördert.

In 14 landesweiten Beratungsstellen, unter anderem in Osnabrück, wurden seit 2011 rund 20000 Anerkennungs- und Qualifizierungsberatungen vorgenommen. Das IQ-Netzwerk sucht dabei Kontakt mit über 400 unterschiedlichen Institutionen, wie Berufskammern, Wohlfahrtsverbänden und Bildungseinrichtungen, um Anerkennungssuchende zu beraten und zu begleiten. Ziel ist die qualifikationsgerechte Integration in den deutschen Arbeitsmarkt, um eine volle Gleichwertigkeit der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse zu ermöglichen. „Wenn ein Anerkennungsantrag abgelehnt wird, versuchen wir den Betroffenen, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten anzubieten, um sprachliche oder fachliche Nachweise erbringen zu können“, so Rainer Bußmann.

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Anerkennungsverfahren sehr schwierig

Als Iliana Ananieva vor einigen Jahren nach Deutschland kam, konnte die gebürtige Bulgarin kaum ein Wort Deutsch. Mit Händen und Füßen und ein bisschen Russisch musste sie sich mit ihrer Betreuerin beim IQ-Netzwerk verständigen, um eine Anerkennung ihres Lehramtsstudiums in Gang zu setzen. „Der Übergang war sehr schwierig, ich musste sehr viel fragen, habe aber auch sehr Hilfe vom Netzwerk bekommen“, so Iliana Ananieva. Mittlerweile arbeitet sie als Englischlehrerin an der Hauptschule Damme und auch die Kommunikation auf Deutsch klappt immer besser. „Ich mache jetzt online einen C1-Sprachkurs in Deutsch mit dem Ziel, Deutsch als zweite Fremdsprache zu unterrichten.“

Anca Varvara Voron sucht hingegen noch eine Anstellung, in ihrer eigentlichen Berufsqualifizierung als Wirtschaftswissenschaftlerin. „Gerne im Bereich Marketing“, wie die gebürtige Rumänin sagt. Seit März 2015 wurde ihr Studium auch in Deutschland anerkannt. Arbeit gefunden hat sie jedoch als Pflegeassistentin bei der Bürgerstiftung in Nordhorn. Ihre Betreuerin, Susanne Stockhausen, weiß um die Schwierigkeiten, im Ausland erworbene Berufsqualifikationen anerkennen zu lassen und bewundert den Einsatz von Anca Varvara Voron sich nicht entmutigen zu lassen.

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