Krankenkassen zahlen Spezielles Hüfttraining am Klinikum Osnabrück

Petra Moormann-Lorek (links) und Petra Altekruse bieten Training zur Vorbeugung von Verschleißerkrankungen. Foto: Jens LintelPetra Moormann-Lorek (links) und Petra Altekruse bieten Training zur Vorbeugung von Verschleißerkrankungen. Foto: Jens Lintel

Osnabrück. Die Trainingsangebote zum Vorbeugen von Verschleißerkrankungen des Hüftgelenks am Klinikum Osnabrück sind von der Prüfstelle Prävention offiziell als Präventionskurs anerkannt. Das heißt: Die Krankenkassen zahlen.

Die Zentrale Prüfstelle Prävention nimmt die Kursangebote im Auftrag der Krankenkassen in den Blick. So werden in dem Anerkennungsverfahren die Qualifikationen der Kursleiter und die Trainingsprogramme mit einem Stundenverlaufsplan geprüft. Mit der Anerkennung ist die Eintragung in die Präventionskurs-Datenbank der Prüfstelle verbunden. „Ich freue mich vor allem sehr für unsere beiden Physiotherapeutinnen. Die Anerkennung ist eine tolle Bestätigung für ihr Engagement“, lobte Prof. Dr. Martin Engelhardt, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie und Ärztlicher Direktor des Klinikums Osnabrück.

Zehn Trainingseinheiten pro Woche

Die Präventionskurse, die als Angebot seiner Abteilung laufen und von Engelhardt angeregt und mit erarbeitet wurden, umfassen jeweils zehn Trainingseinheiten, die einmal pro Woche stattfinden. Die Kurse zielen auf eine Verbesserung der Hüftgelenksfunktionen, die Kräftigung der hüft- und beckenstabilisierenden Muskulatur, Körperhaltung und richtiges Gehen sowie das Erarbeiten von individuellen Übungsprogrammen, mit denen zuhause weiter trainiert werden kann. „Wir machen beispielsweise Übungen mit Bällen, Stäben und Pads, wobei es beispielsweise um das Vorbeugen von Stürzen oder das Gleichgewicht geht. Dabei gibt es sozusagen als Hausaufgabe jede Woche neue Übungen, die sich leicht auch allein machen lassen“, so Petra Altekruse, eine der beiden Leiterinnen.

Engelhardt wies darauf hin, dass die beiden Physiotherapeutinnen die Kurse aus reiner Eigeninitiative aufgebaut haben. „Sie machen das rein freiwillig und verdienen damit auch kein zusätzliches Geld. Dass sich unsere Mitarbeiter so für die Patienten engagieren, finde ich wirklich toll“, meinte er.

Nach Meinung von Engelhardt ist Präventionssport „absolut sinnvoll“, um Verschleißerkrankungen an der Hüfte und anderen Gelenken vorzubeugen.In der Altersgruppe der 60-70-Jährige zeige jeder Zweite Arthrosezeichen an den Hüftgelenken. „In Deutschland fallen nach den jüngsten Zahlen, die mir bekannt sind, jährlich Gesundheitskosten von etwa 350 Milliarden Euro für medizinische Reparatureingriffe an, aber es werden nur 180 Millionen Euro für Prävention ausgegeben. Das ist ein krasses Missverhältnis zu Lasten der Gesellschaft und der Betroffenen“, so Engelhardt.

Von Ärzten begleitet

Die beiden Physiotherapeutinnen Petra Moormann-Lorek und Petra Altekruse haben Fortbildungen absolviert, um als Übungsleiterinnen arbeiten zu können. Die Kurse werden von ihnen geleitet und jeweils von Ärzten des Klinikums Osnabrück medizinisch begleitet. Zurzeit gibt es zwei Kursgruppen mit jeweils zehn bis zwölf Teilnehmern, die sich immer donnerstags in einem Raum auf dem Finkenhügel treffen. Es sind Männer und Frauen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren dabei, aber es können auch jüngere oder ältere Teilnehmer kommen. „Wir haben einige Teilnehmer, die bereits seit 2011 fortlaufend in die Kurse kommen“, berichtete Altekruse.

Die Kurse sind auch als Rehabilitationssport nach einer Hüft-OP geeignet. Ein Einstieg ist grundsätzlich immer möglich, besser aber ist es, zum Beginn neuer Kurszyklen anzufangen, da die Übungen aufeinander aufbauen. Die Kurstermine dauern jeweils 60 Minuten und es fallen Kosten von 85 Euro für zehn Trainingseinheiten (inklusive Übungsbuch) an. Der Höhe der Kostenerstattung hängt von den Regelungen der jeweiligen Krankenkassen ab.


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