„Abschaffen statt Anschaffen“ „Solwodi-Sisters“ wollen gegen Prostitution in der Region kämpfen


Osnabrück. Abschaffen statt Anschaffen: Unter diesem Motto hat sich in Osnabrück eine neue Initiative für Frauenrechte und gegen Prostitution in Stadt und Landkreis gegründet.

Die Regionalgruppe „Solwodi-Sisters“ ist eine Untergruppe des deutschlandweit agierenden Vereins „Sisters“ und will mit der bundesweit bekannten Organisation „Solwodi“ zusammenarbeiten, die es bereits in der Stadt Osnabrück gibt. Auslöser der Gründung sei unter anderem das geplante Großbordell in Fürstenau gewesen, sagt Claudia Funke, Mitinitiatorin der Gruppe und Stadtratsmitglied der Grünen in Fürstenau. (Weiterlesen: Prostitution in Stadt und Landkreis Osnabrück: Zahlen und Fakten)

Ziel: Prostitution abschaffen

Die Initiative möchte künftig durch Öffentlichkeitsarbeit über die kritische Lage vieler Prostituierten aufklären. Die Gruppe kritisiert: Das 2002 in Kraft getretene Prostitutionsgesetz zur Legalisierung habe Menschenhandel und Zwangsprostitution erst möglich gemacht. Ferner gebe es in Deutschland kaum Angebote für Aussteigerinnen. Das oberste Ziel der Gruppe: „Prostitution ganz abschaffen“, sagt Funke. Sie glaubt nicht, dass dadurch mehr Frauen in die Illegalität gedrängt würden.

Dass das Ziel der Abschaffung der Prostitution ein weites ist, sei ihr klar, sagt die Grünen-Politikerin. Mit Info-Ständen, Mahnwachen vor Bordellen und Pressearbeit wolle die Gruppe aber gegen die Verharmlosung der Prostitution kämpfen und Männer für das Thema sensibilisieren. Mit den Prostituierten in der Region will sich die Initiative vertraut machen.

Zehn Personen bei erstem Treffen

Das Gründungstreffen mit zehn Personen fand bereits in Osnabrück statt, darunter ein „Sisters“-Mitglied und zwei „Solwodi“-Mitglieder. Die Idee zu der Initiative sei von Inga Dederichs ausgegangen, die schon bei „Sisters“ aktiv ist, sagt Funke. Dederichs habe sie angesprochen und von der Idee einer regionalen Gruppe erzählt.

In Osnabrück gibt es bereits eine Solwodi-Fachberatungsstelle, die rund 78 Erstkontakte pro Jahr verzeichnet. Im vergangenen Jahr waren es 80 aus 29 Ländern. Die Organisation berät, betreut und begleitet Frauen und bietet anonyme Schutzwohnungen für Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Die ehrenamtlich tätigen „Sisters“ unterstützen ebenfalls Aussteigerinnen und klären über Missstände in der Branche auf.

Nächstes Treffen am Donnerstag

Am 6. Oktober findet in der Ollen Use in Osnabrück das nächste Treffen der „Solwodi-Sisters“ statt. Am 15. November ist eine Veranstaltung gegen das Großbordell in Fürstenau geplant.


Was heißt Solwodi?

Dabei handelt es sich eine Abkürzung für „Solidarity with women in distress“ (Solidarität für Frauen in Not). Weitere Informationen und Zahlen zur Sowoldi-Beratungsstelle in Osnabrück gibt es hier.

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