Johannissteine erschlossen Rundweg-Erweiterung am Osnabrücker Piesberg eröffnet

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat die Erweiterung des Rundwanderweges am Piesberg offiziell eröffnet. Der neue, 750 Meter lange Abschnitt erschließt die Felsformation der Johannissteine und bietet neue spektakuläre Ausblicke auf den Piesberger Steinbruch.

Nach mehr als 40 Jahren sind die Johannissteine am Piesberg wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Das „Natur- und Kulturdenkmal“, wie Bodo Zehm von der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück die Felsformation bezeichnet, gewährt Besuchern des Rundwanderweges neue Einblicke in die historischen Besonderheiten rund um den Steinbruch. „Wir befinden uns an dem Ort, wo lange Zeit die größte Aufmerksamkeit der umliegenden Bevölkerung zu verzeichnen war“, so Bodo Zehm.

Bereits 1789 wurde die Felsformation erstmals von Kartograf Johann Wilhelm du Mont unter dem Namen „Johannes Steine“ registriert. Erst 140 Jahre später wurden zahlreiche Einmeißelungen gefunden, die unter anderem das Sternbild des Großen Wagen spiegelverkehrt zu zeigen scheinen. Viele Mythen ranken sich um die Felsformation am Nordosthang des Piesbergs: So soll einst Johannes der Täufer auf dem Piesberg gewesen sein, um die heidnischen Sachsen zu bekehren. In den 20er- und 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden sie zum „germanischen Heiligtum“ erklärt und in der NS-Zeit ideologisiert.

„Geologisches Herz“

Mittlerweile sind die über 300 Millionen Jahre alten Johannissteine wieder allgemein zugänglich und können als Teil des acht Kilometer langen Piesberg-Rundwanderwegs bestaunt werden. Auf der ehemaligen Gemeindegrenze von Pye, Haste und Wallenhorst-Lechtingen lassen sich Erd-, Industrie- und Naturgeschichte im Zentrum des Natur- und Geoparks Terra-Vita nachvollziehen. „Hier schlägt das geologische Herz von Terra-Vita“, wie Griesert betonte.

Seit 1992 ist der Wanderweg am Piesberg stetig erweitert und erneuert worden, um die Attraktivität der Landschaft rund um den Steinbruch zu erhöhen. Mit dem neuen Abschnitt zu den Johannissteinen wird auch die nördliche Aussichtsplattform einfacher zu begehen sein, wie Karl-Heinz Uthmann vom städtischen Piesberg-Projektbüro erklärte. Zudem geben zahlreiche neue Schilder Besuchern und Wanderern Auskunft über Entstehung und Veränderung des Piesbergs und vereinfachen die Begehung der Wanderstrecke.

(Weiterlesen: Auf Traumpfaden über den Osnabrücker Piesberg)

17000 Euro Kosten

Das Steinlabyrinth am Piesberg wurde im Zuge der Neuordnung an den Beginn des Wanderweges verlegt, um die neue Rundführung besser zur Geltung zu bringen und das Labyrinth präsenter zu machen. Auch die Pinge, eine meist trichterförmige Vertiefung, die durch Bergbauarbeiten entsteht, wurde freigelegt und in den Rundwanderweg integriert. Ein wassergebundener Schotterweg ziert den neuen 750 Meter langen Abschnitt am Piesberg und sorgt auch an Regentagen für eine angenehme Wanderung.

Für die Erweiterung zu den Johannissteinen hat die Stadt rund 17.000 Euro in die Hand genommen. Weitere Kosten für die Abrüstung oder den Umbau von Zäunen trägt die Firma Cemex, die für die Gesteinsabbauarbeiten am Piesberg zuständig ist. Melanie Schnieders vom Natur- und Geopark Terra-Vita freut sich, mit Blick auf die historische Bedeutung des Piesberges, über die Veränderungen am Steinbruch: „Hier kann man Geologie und Erdgeschichte sehen, wie nirgendwo sonst.“

(Weiterlesen: Pläne für den Piesberg vorgestellt)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN