Erstes unordentliche Zimmertheater Überzeugende Tragikomödie: „Irina, eine Friseuse“

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Osnabrück. Mit der Tragikomödie „Irina, eine Friseuse“ bietet das Ensemble des Ersten unordentlichen Zimmertheaters einen Blick in das Beziehungsleben einer russischen Friseurin.

Sie ist attraktiv, blond und Friseurin. Unter ihren Kunden hat Irina zahlreiche Verehrer. Doch wirklich lieben tut sie nur Jewgeni, der ihr leidenschaftliche Briefe aus dem Gefängnis schickt. Das ist die Titelheldin der Tragikomödie „Irina, eine Friseuse“, die das Erste unordentliche Zimmertheater als Wiederaufnahme zeigt. Nachdem Regisseur Volker Hunsche die Hörspielversion kennengelernt hatte, war für ihn schnell klar, dass er das Stück aus der Feder von Sergej Medwedjew (Übersetzung: Elina Finkel) mit dem Ensemble des Zimmertheaters inszenieren wollte.

Lebensbild einer Friseurin

Herausgekommen ist das durchweg überzeugend gespielte Lebensbild einer Friseurin aus der russischen Provinz, die einfach nur lieben und Kinder bekommen will. Bereits im Foyer erzählte die aufgebrezelte Irina dem Publikum von ihren Ausgehgewohnheiten. Weiter ging es im Bühnenraum, wo Irinas kleiner Salon „Frühling“ das Zentrum bildete. Dort hotteten Irina und ihre Angestellte Tatjana (Anette Wolff) zwischen Spiegel-Attrappen, pinkfarbenem Garderobenständer und Haarföhnen fröhlich ab. Hauptdarstellerin Mareike Coordes spielte die blonde Irina als Frau zwischen Lebenslust und verzweifelter Suche nach Liebe, die sie von einer Beziehungspleite in die nächste stolpern lässt: Die Ehe mit Möchtegern-Künstler Kolja war ein Desaster. Den sie verehrenden Feuerwehrmann Viktor findet sie nicht wirklich aufregend. Und vor den Verbrechen des wegen Totschlages einsitzenden Jewgeni verschließt sie die Augen.

Dramatischer Showdown

Im Dreierpart dieser wichtigsten Männer in Irinas Leben konnte Jörg Artmann seine darstellerischen Facetten vom stoffeligen Feuerwehrmann Viktor über den gewalttätigen Künstler Kolja bis zum kriminellen Jewgeni voll ausspielen. Auch Philip Hodgson überzeugte als Irinas Stammkunde Alexej Nikolajewitsch ebenso wie als Feuerwehrkollege Sascha. Der dramatische Showdown der 75-minütigen Inszenierung flimmerte schließlich als Video-Projektion über einen weißen Vorhang. Aus ihren Erfahrungen gelernt hat Irina am Ende allerdings nicht, diese naive Friseurin aus der Provinz.


Weitere Termine: Samstag, 5. November, 20 Uhr; Sonntag, 6. November, 18 Uhr sowie Samstag, 26. November, 20 Uhr; Sonntag, 27. November, 18 Uhr, im Ersten unordentlichen Zimmertheater, Lohstr. 45a.

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