Lesung im Blue Note Amüsante Einblicke: Silke Scheuermann bei Littera

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Osnabrück. Mit einer Lesung aus ihrem Roman „Wovon wir lebten“ gab Autorin Silke Scheuermann bei der Littera-Lesung im Blue Note amüsante Einblicke in das Leben eines jungen Kochs.

Nachdem sie in diesem Jahr den Bertolt-Brecht-Literaturpreis erhalten hat, wurde ihr jüngst für ihr Lyrikprojekt „Zweites Buch der Unruhe“ der Robert-Gernhardt-Preis verliehen. Im Rahmen der Littera-Veranstaltung der Buchhandlung zur Heide präsentierte sich die in Frankfurt am Main und Offenbach lebende Silke Scheuermann im Blue Note als Romanautorin und las aus ihrem Entwicklungsroman „Wovon wir lebten“.

Inspiriert von Charles Dickens

Inspiriert von Charles Dickens´ „Große Erwartungen“, verlegte sie die Konstellation „armer Junge/reiches Mädchen“ ins Frankfurt-Offenbach der Jetztzeit. Bei ihrer Lesung konzentrierte sich die 43-Jährige allerdings vornehmlich auf Kindheit und Werdegang ihres Protagonisten Marten, den sie als Charakter angelegt habe, „der nichts mit Kunst zu tun hat“. Stattdessen lernt er als Elfjähriger am Mainufer den zugezogenen Micha kennen - just an der Stelle, wo seine alkoholkranke Mutter ihren letzten Rausch ausschläft.

Problematische Kindheit

Nach problematischer Kindheit und Jugend lernt Marten im Drogenentzug den Restaurant-und Barbesitzer Peter kennen. Der fördert das Kochtalent des jungen Mannes, schickt ihn in das ominöse „Telehotel“ des Spaniers Carlos, um später mit ihm eine versiffte Kneipe zum Edelrestaurant „Happy Rabbit“ umzumodeln. Später trifft der zum Fernsehkoch aufgestiegene Marten Jugendfreund Micha wieder, der als Ehemann ein spießiges Leben im Reihenhaus führt. Diese Episoden aus dem Leben eines Fernsehkochs zeugten ebenso von Scheuermann literarischer Originalität wie von ihren sensiblen Milieu-Beschreibungen.

Appetit auf mehr

Im Publikumsgespräch wurde allerdings kritisch angemerkt, dass in den ausgewählten Passagen die Entwicklung von Marten nicht recht rüber kam. Dafür erzählte Silke Scheuermann, dass sie im Rahmen ihrer Recherchen den Unterschied zwischen weißen und schwarzen Trüffeln kennengelernt habe. Und dass sie in ihren Roman Eindrücke von TV-Kochshows und Gastronomiekritiken ebenso eingebaut habe wie die Anekdoten eines Seligenstädter Sternekochs. Das machte Appetit auf mehr.


Silke Scheuermann: „Wovon wir lebten“. Frankfurt am Main: Schöffling & Co Verlagsbuchhandlung, 2016. 525 Seiten. 24 Euro.

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