Radverkehrsanalyse 2015 Radfahrer lassen 21 Millionen Euro im Landkreis Osnabrück


Osnabrück. 21 Millionen Euro brutto: Das ist die Summe, die Radreisende und Freizeitradler im vergangenen Jahr im Landkreis Osnabrück gelassen haben. Diese Zahl ist ein Ergebnis der touristischen Radverkehrsanalyse.

Landrat Michael Lübbersmann, Petra Rosenbach, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Osnabrücker Land, und Michael Vieten, Geschäftsführer der beauftragten Ingenieursgesellschaft Stolz (IGS), stellten die Ergebnisse am Mittwoch im Kreishaus vor. 15 Millionen Euro ließen demnach Radurlauber in der Region, die zwischen Glandorf und Gehrde ein Quartier bezogen. Weitere sechs Millionen Euro gaben Tagesausflugsradler aus. „Das entspricht einem Äquivalent von 330 Arbeitsplätzen“, sagte Lübbersmann. Das Geld gaben die Touristen beispielsweise für Übernachtungen, Essen oder Trinken aus.

14 bis 80 Euro täglich

Die Tagesausflügler gaben auf ihrer durchschnittlich 42,5 Kilometer langen Tour durch das Osnabrücker Land mit durchschnittlich 14 Euro pro Tag am wenigsten aus. Radwanderer mit wechselnden Unterkünften gaben auf ihren 71 Kilometern täglich 75 Euro aus, und die Regioradler mit festem Quartier ließen auf ihren 53 Kilometern mit 80 Euro am meisten springen. Der letzte Wert liege rund 20 Prozent über üblichen Werten, versicherte IGS-Chef Vieten. Mit der Untersuchung war das Berliner Unternehmen Radschlag in Kooperation mit der IGS aus Neuss beauftragt.

Lob für Radwegenetz

Und das ist nicht das einzig positive Ergebnis, das Lübbersmann, Rosenbach und Vieten präsentierten. 80 bis 90 Prozent der Radler bewerten die Oberfläche der Radwege als gut bis sehr gut. Rund 90 Prozent betrachteten die Ausschilderung als sehr gut. In der Summe bewerteten 90 bis 100 Prozent der Radler die gesamte Infrastruktur mit gut bis sehr gut. Den Erlebniswert erachteten bis zu 70 Prozent der Radfahrer als gut.

Lohnenswerte Investitionen

Lübbersmann sagte, die 2012 bis 2014 investierten 750.000 Euro für Planung und die anschließende Beschilderung sowie Digitalisierung hätten sich bezahlt gemacht. „Fast 90 Prozent (87,8 Prozent) der Befragten empfehlen unserer Region weiter“, sagte der Landrat. Das sei wichtig, „denn wir wollen die Zahl der Touristen steigern“.

Zählgeräte und Fragebögen

Für die Ergebnisse erfassten vier dauerhafte Zählgeräte und acht mobile an fünf Radrouten im Osnabrücker Land rund 1000 Radfahrer. Ohne die Alltagsradler ergaben sich hochgerechnet 288.000 Pedalisten. Mit 220.000 waren das Gros Tagesausflugsradler. 482 Radlern füllten Fragebögen aus, sagte Vieten.

Am meisten Tagesausflugsradler

Radschlag und IGS fanden ferner heraus: 80 Prozent aller erfassten Radler waren dem Alltagsradverkehr zuzuordnen. Von den übrigen 20 Prozent machten 75,4 Prozent die Tagesausflugsradler aus. 17 Prozent waren Radwanderer mit wechselnden Unterkünften, die verbleibenden acht Prozent waren die Regioradler. 84 Prozent der befragten Radler waren älter als 45 Jahre alt.

Ergebnis verpflichtet

Mit den guten Ergebnissen gehe die Verpflichtung einher, das gute Niveau zu halten, sagte TOL-Chefin Rosenbach. Das Radwegenetz im Osnabrücker Land ist 2700 Kilometer lang. Routenkontrolleure überprüfen im Frühjahr alle Routen, die wichtigsten zudem im Sommer. Die Erhaltung der Wege sei wichtig, schließlich wolle der TOL den Radtourismus verstärkt vermarkten, sagte Rosenbach.

Übrigens: Ein Trend zeigte sich im Osnabrücker Land besonders stark: Rund ein Drittel von ihnen war mit einem E-Bike unterwegs.


Zahlen im Detail

Erfasste/Befragte: Urlaubsradler: 75 Prozent der 20 Prozent der Urlaubsradler waren Tagesausflugsradler, 17 Prozent Radwanderer mit wechselnden Unterkünften und acht Prozent Regioradler mit einer Unterkunft.

Alter: 42 Prozent waren zwischen 45 und 60 Jahre alt, 42 Prozent älter als 60 Jahre. Ein Drittel war mit dem E-Bike unterwegs.

Tagesausflugsradler: 45 Prozent der Tagesausflügler fuhren 30 bis 50 Kilometer, 60 Prozent waren bis zu vier Stunden unterwegs. Rund 50 Prozent fuhren ein bis vier Mal monatlich, rund ein Drittel häufiger.

Radwege: 80 bis 90 Prozent bewerteten die Oberfläche mit gut bis sehr gut. 90 Prozent bewerteten die Ausschilderung mit gut bis sehr gut. Insgesamt bewerteten 90 bis 100 Prozent die Infrastruktur mit gut bis sehr gut.

Routenführung: 44 Prozent der Befragten nutzen die Ausschilderung zur Orientierung, weitere 44 Prozent Radkarten. Fast 20 Prozent griffen auf ein GPS-Gerät zurück, rund 10 Prozent auf das Smartphone.

Planung: 76,5 Prozent der Befragten buchten ihre Unterkunft für Antritt der Reise, davon wiederum rund 35 Prozent über Online-Buchungsportale. Rund 32 Prozent buchten direkt auf den Seiten der Hotels und Ferienwohnungen. Zehn Prozent informierten sich bei den örtlichen Tourist Informationen oder beim TOL.

Erlebniswert: Bis zu 70 Prozent bewerteten ihn als gut, bis zu 43 Prozent als sehr gut. 87,7 Prozent empfehlen die Reise weiter.

Hochrechnung/Analyse: 288.000 Radfahre (ohne Alltagsradler) waren 2015 im Osnabrücker Land unterwegs, davon 220.000 Tagesausflugsradler. Hinzu kamen auf das Jahr gerechnet 38.000 Radwanderer und 30.000 Regioradler.

Radwegenetz: Das Radwegenetz ist 2700 Kilometer lang und beinhaltet fünf Radfernwege, zehn mehrtägige Thementouren und 40 Tagestouren.

Quelle: Tourismusverband Osnabrücker Land

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