Jugendliche gestalten Werke Kunstwerke aus Osnabrücker Schlossgarten-Kastanie


Osnabrück. Im Juni des vergangenen Jahres wurde die abgestorbene Kastanie im Schlossgarten gefällt und abtransportiert. Jetzt kehren Teile von ihr an den alten Standort zurück: In einem Holzbildhauer-Kurs des Künstlers Franz Greife bearbeiten junge Osnabrücker Teile des Baumes. Am Freitag werden ihre Werke vor Ort ausgestellt.

Mühsam bewegt Zaklina ihre Finger. Nur vorsichtig kann die junge Frau am zweiten Tag des Kurses zugreifen: „Ich bin das einfach nicht gewöhnt.“ Sechs Stunden hatte sie am Vortag mit Knüpfel und Eisen ihr Holzstück bearbeitet. Jetzt streiken ihre Knochen. Aber ihr Engagement ist groß, und so wagt sie sich vorsichtig daran, ihr Werk weiter zu bearbeiten. Gar nicht so einfach, denn die Kastanie gehört nicht zu den weichen Holzarten.

Um Zaklina herum ist das Schlagen von Holz auf die metallenen Köpfe der Eisen zu hören. Immer wieder springen die Späne von den Tischen, wenn die zwölf angehenden Künstler ihre Stücke bearbeiten. Das meiste ist figürlich, nur wenige Teilnehmer haben sich vorgenommen, etwas Abstraktes zu formen.

Finanziert von der Egerland-Stiftung

In seinen eigenen Kunstkursen, aber auch bei verschiedenen Einrichtungen, hatte der Holzbildhauer und Pädagoge Franz Greife von seinem Angebote erzählt, aus Teilen der Schlossgarten-Kastanie Skulpturen zu schaffen, und um Teilnehmer geworben. Finanziert wird das Angebot, das Natur, Kunst und Geschichte miteinander verbindet, von der Felicitas-und-Werner-Egerland-Stiftung. Sie unterstützt begabte junge Menschen in den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaft.

„Das Holz kommt mit dem Projekt zurück zu seinem Standort und bekommt noch einmal eine Öffentlichkeit“, sagt Franz Greife zum Gedanken hinter dem Angebot, das bei ihm den Arbeitstitel „Back to the roots“ getragen habe – „zurück zu den Wurzeln“ also. Bei den Besuchern im Schlossgarten stößt es jetzt schon auf Interesse. Oft bleibt jemand stehen und spricht die Gruppe an.

Franz Greife läuft zwischen seinen zwölf Schützlingen hin und her. Gibt hier einen Tipp zum richtigen Ansatz beim Schlagen mit dem Knüpfel, korrigiert dort noch einmal die Striche, mit denen die Teilnehmer ihr Vorhaben auf dem Holz skizziert haben.

„Es wird eine liegende Frau“, erläutert Giang ihre Skulptur, in der ein fein geschmirgelter Teil den Gegensatz zu den Verwachsungen des Holzes und den Resten der Borke bilden soll. Immer wieder tritt sie einen Schritt zurück, um ihr Werk zu begutachten und dann wieder zum nächsten Schlag anzusetzen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN