Besinnung auf immaterielle Werte Viele Besucher beim Erntedankmarkt der Osnabrücker Domschule

Von Matthias Liedtke

Eingeweiht: 
              
              Der scheidende Pastor und Schulseelsorger Ulrich Beckwermert (links) segnet am Rande des Erntedankmarktes die neu ausgestatteten Werk- und Technikräume der Domschule. Foto: Elvira Parton Eingeweiht: Der scheidende Pastor und Schulseelsorger Ulrich Beckwermert (links) segnet am Rande des Erntedankmarktes die neu ausgestatteten Werk- und Technikräume der Domschule. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Im Zeichen der religiösen Versöhnung und der Besinnung auf immaterielle Werte stand der gut besuchte Erntedankmarkt auf dem Schulhof der Domschule am Freitag.

In viele strahlende Gesichter blickte Schulleiter Axel Diekmann, als er am Nachmittag bei sonnigem Wetter im Schatten der Herz-Jesu-Kirche die Gemeinschaft der zahlreichen Schüler, Eltern, Kollegen, Pensionäre und Gäste zur Begrüßung ermahnte, Benachteiligten Halt zu geben, Geflüchteten mit Herzlichkeit zu begegnen, Bedürftige zu unterstützen und „für ein friedliches Miteinander zwischen den Religionen“ einzustehen.

Signal der religiösen Versöhnung

Der nach vielen Jahren auch als Seelsorger der Domschule scheidende Pastor Ulrich Beckwermert erinnerte daran, dass man dankbar sein sollte für

„alles, was man nicht kaufen kann“, für Dinge, die „einfach so“ wachsen und ein Geschenk Gottes sind - inklusive Liebe, Freundschaft und Begabung. Der Dank dafür spiegelte sich dann auch in den Fürbitten der Schüler wider, die sich wünschten dass jeder Mensch Freunde und eine Familie findet, die Gegenwart Gottes spüren und ein „zufriedenes Leben leben kann“.

Als Signal der religiösen Versöhnung sprachen neben Pastor Beckwermert, der von den Schülern ein persönliches Abschiedsgeschenk überreicht bekam, auch Pastor Thomas Herzberg, der evangelische Religion unterrichtet, und Diaa Eldin Hassanein, der seit diesem Jahr an der Domschule islamische Religion lehrt, am Erntealtar Segensgebete in ihren jeweiligen religiösen Überzeugungen, die durch den „Wunsch, friedlich zusammenzuleben, geeint“ seien, wie Diekmann im Vorfeld der liturgischen Eröffnung des Erntedankmarktes betonte, die unterstützt durch den Schulchor, das Schulorchester und ein Gesangsduo zum Zuhören und Mitsingen einlud.

Im Anschluss erhielten die neu ausgestatten Werk- und Technikräume der Domschule zur Einweihung ihren Segen.

Erlös von 12.500 Euro

Im Geiste des Erntedanks gemahnte die stellvertretende Schulleiterin Sabine Müller daran, dass „wir so viel haben, dass wir abgeben können“. Entsprechend komme der 12.500 Euro starke Erlös des Sozialen Tages der Domschule der Indienhilfe zugute - in Form von zehn Wasserfilteranlagen, die bereits auf dem Weg zu Pater Franklin seien. Damit sich auch die Marktbesucher von der Wirkung der Anlagen überzeugen konnten, wurde ein Wasserspender aufgebaut, der sauber gefiltertes Wasser aus der Hase zum Probieren bereithielt. Aber auch zum Kaufen gab es naturgemäß reichlich an den von den Schülern rund um den Schulhof platzierten Ständen. Etwa kulinarische „Spezialitäten aus zehn Nationen“, selbst gemachte Backwaren, Smoothies, Brotaufstriche und andere Leckereien sowie allerlei kreativ hergestellte und mitunter auch sehr nützliche Deko-Gegenstände.

Auch der Erlös dieser Verkäufe wird zu einem Teil in die Indienhilfe fließen. Ein anderer wird für die Romreise der Domschule im nächsten Jahr verwendet, speziell um diejenigen Schüler zu unterstützen, für deren Familien die Reisekosten zu hoch sind.


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