Neu im Osnabrücker Schauspiel Philipp Moschitz über „Der dicke Sternschnuppe“

Von Christine Adam


Osnabrück. Philipp Moschitz freut sich, nun als Regisseur in seiner Heimatstadt zu arbeiten. Er inszeniert das Oskar-Stück „Der dicke Sternschnuppe“, mit dem Julia Penner den 2. Preis des zweiten Durchlaufs vom Osnabrücker Dramatikerpreis gewann.

Denn er hat das Ratsgymnasium und die dortige Theater-AG besucht und schon 1997 seine erste Rolle am Osnabrücker Stadttheater gespielt: Banquos Sohn Fleance, der seinen Mördern entkommen kann in Shakespeares „Macbeth“. Regie führte der damalige Schauspiel-Oberspielleiter Mario Andersen , erzählt Moschitz. Den Bösewicht Macbeth spielte damals Ronald Funke , jetzt wieder Mitglied im Schauspielensemble. Parallel zum Abi war er in sieben Produktionen aktiv, sagt der heute 31-Jährige lachend.

Vielseitig als Schauspieler

Mittlerweile hat er an der Münchner Theaterakademie August Everding Schauspiel studiert und längst Hauptrollen am Münchner Metropoltheater, seinem „Stammhaus“ wie er es nennt, gespielt. Als einer seiner Stärke bezeichnet er seine Vielfältigkeit . Weil er auch singen kann, ist er schon in der Operette oder im Musical aufgetreten. Doch auch das Fernsehen kann ihn offenbar gut gebrauchen: für zwei Münchner „Tatorte“ und Serien wie „Die Rosenheim-Cops“, „In aller Freundschaft“, „Marienhof“ oder „Um Himmels willen“. Gerade hat er den Zorro im gleichnamigen Musical bei den Burgfestspielen Jagsthausen hinter sich. „Ich liebe große Fechtszene, Tanzen, Kämpfe, überhaupt das Auspowern und Energie heraus lassen“.

Erfolg mit „Tschick“

Weil ihm aber offenbar auch Kinder- und Jugendtheater liegt und Ralf Waldschmidt , Osnabrücks Intendant, im letzten Jahr von seinen ersten eigenen Münchner Regiearbeiten „Tschick“ und „DNA“, angetan war, kam es, dass Philipp Moschitz nun fürs Kinder- und Jugendtheater „Oskar“ „Der dicke Sternschnuppe“ erarbeitet. Das Stück, mit dem die junge Autorin Julia Penner (Jahrgang 1981) den zweiten Preis im Rahmen des Osnabrücker Dramatikerpreises 2015 erhielt.

„Ich fühle aus dem Bauch heraus, ob etwas auf der Bühne stimmt“, sagt er. Und: „Ich möchte mein Publikum auf der emotionalen Ebene packen und mit sinnlich-poetischen Bildern mit auf eine Reise nehmen“.

Fantasievolle Reise

Da kommt ihm Julia Penners Stück entgegen. Denn „Der dicke Sternschnuppe“ handelt von einer Reise, einer innerlichen und einer äußerlichen. Auf der „Schnuppy“ gerade unterwegs ist, der dickliche Sternschnuppen-Junge, über den alle immer lachen und der deswegen so schnell wie möglich verglühen möchte. Dabei trifft er den ebenfalls leicht pummeligen Jungen Rudy und dessen Kuscheltier-Hamster, die von zuhause abgehauen sind, weil Rudys Vater das Andenken an die gestorbene Mutter verbannt hat.

Mit viel unverbrauchter Fantasie schreibt Julia Penner von Freundschaft, Eifersucht, Versöhnung und Gemeinschaft. Philipp Moschitz will davon mit „wenigen Mitteln möglichst viel erzählen“ – mit den drei neuen Oskar-Schauspielern, einem stilisierten Bühnenbild und Filmflügen über Osnabrücker Sehenswürdigkeiten wie den Piesberg.


Uraufführung von Julia Penners Preisträgerstück „Der dicke Sternschuppe“ ist am Samstag, 24. September um 16 Uhr im Emma-Theater. Kartentel. 0541-7600076.

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