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Für soziales Engagement Katja Riemann erhält in Bad Iburg den Courage-Preis 2016

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Bad Iburg. Die Schauspielerin Katja Riemann hat am Freitag in Bad Iburg den Courage-Preis entgegengenommen. Das Komitee Courage ehrte den Filmstar für sein soziales Engagement. Zuletzt hatte sie ein Projekt zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer initiiert.

Im prächtig bemalten Rittersaal des Iburger Schlosses hat Katja Riemann den diesjährigen Courage-Preis überreicht bekommen. „Ich freue mich so sehr über diesen Preis“, sagte die Schauspielerin mit dem blonden Wuschelkopf, die in einem strahlend weißen Kleid gekommen war.

Das Komitee Courage ehrte Riemann für ihr soziales Engagement. Die Schauspielerin, die man aus Filmen wie „Abgeschminkt“, „Der bewegte Mann“ und „Fack Ju Göthe“ kennt, sei bekannt als „Persönlichkeit, die klar Stellung bezieht und für ihre Positionen einsteht“, sagte die Jury des Komitees. „Ich kenne keinen Menschen, der sich abseits des Rampenlichts kontinuierlich so stark engagiert wie sie“, sagte die Laudatorin und Schauspielkollegin Jasmin Tabatabai, die Katja Riemann seit den späten 80er Jahren kennt. Zusammen drehten die beiden 1997 den Film „Bandits“, indem sie zwei Knastfreundinnen spielen.

Diverse Hilfsprojekte

Was die wenigsten über Katja Riemann wissen dürften ist, dass sie neben ihrer schauspielerischen Tätigkeit schon seit 1999 Hilfsprojekte in aller Welt mitgestaltet. Die 52-Jährige, die aus der Nähe von Bremen stammt, unterstützt Amnesty International, Unicef und die Afrika-Hilfsorganisation One seit Jahren. Sie setzt sich gegen die Beschneidung von Mädchen in Entwicklungsländern Afrikas und Asiens ein und unterstützt Frauen aus den Bürgerkriegsgebieten des Nahen Ostens, wie der Komitee-Vorsitzende Wolfgang Mollenhauer erzählte.

Zudem engagierte sie sich im Kampf gegen Sklaverei und Hungersnöte. Für ihr Engagement wurde sie schon mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Den mit 5000 Euro dotierten Courage-Preis spende sie dem Projekt „Jugend rettet“, das Flüchtlinge rettet, die im Mittelmeer in Seenot geraten sind, sagte Katja Riemann in ihrer Dankesrede.

Auf die Frage warum sie wenig in den sozialen Netzwerken über ihr Engagement spreche, sagte sie unserer Redaktion: „Ich habe Angst vor den sozialen Netzwerken, und ich bin ganz schlecht darin. Ich bin nicht bei Instagram oder Twitter, selbst meinen Facebook-Account verwaltet meine Tochter.

Angereist aus Berlin

Katja Riemann war mit dem Zug aus Berlin angereist und traf kurz vor 15 Uhr im Iburger Rathaus ein, noch wenig divenhaft in schwarzem Kapuzenpulli, schwarzen Leggins und bequemen Schuhen. „Ich habe aber noch ein schönes Kleid mit“, sagte sie. Dann verewigte sie sich im Goldenen Buch der Stadt.

Danach ging es über die Schloßstraße bis zum Hanseplatz, wo Riemanns Name auf einer Stele verewigt worden war – neben den Namen der bisherigen Courage-Preisträger seit 1996. Oben am Schloss gab es im frisch renovierten Residenzhof einen Umtrunk mit Friedenswein und Friedensbrot. Weil es so schön da oben war, störten sich die 110 Gäste des Abends auch nicht daran, dass sich Riemann zum Hübschmachen und Ausruhen zurückzuog und erst zum offiziellen Teil der Verleihung im Rittersaal wieder erschien.

Auch wenn sie vorher noch nie was von dem Courage-Preis oder Bad Iburg gehört hatte, sah man Katja Riemann an, wie gerührt sie über die Ehrung war.


Courage-Preis

Mit dem mit 5000 Euro dotierten Courage-Preis ehrt das Komitee Courage seit 1996 Menschen, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Die sechsköpfige Jury will damit auf Menschen aufmerksam machen, die Vorbilder für couragiertes Handeln sind. Vor Katja Riemann erhielten schon Königin Silvia von Schweden, Pferdezüchter Ullrich Kasselmann, Schauspielerin Iris Berben, der Sänger Peter Maffay und Bischof Franz-Josef Bode den Preis. Zuletzt freute sich 2015 der Olympia- und Wimbledonsieger Michael Stich über die Ehrung. Traditionell lädt das Komitee Courage ins alte Schloss von Bad Iburg zu Friedenswein und -brot und einem Gespräch am Kaminmit bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Gesellschaft. Die offizielle Preisverleihung findet im alten Rittersaal aus dem 17. Jahrhundert statt. Die Festveranstaltung schließt der Iburger Fischschmaus im Bankettsaal des Schlosses ab. Auf einer Stele auf dem Hanseplatz sind die Namen der bisherigen Courage-Preisträger eingraviert.

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