Ab Freitag zugänglich Was hat es mit den Rasen-Sofas in Osnabrück auf sich?

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Osnabrück. Einigen Osnabrücker dürften sie bereits aufgefallen sein: sprichwörtlich grüne Sofas auf dem Platz des Westfälischen Friedens bei der Stadtbibliothek. Ab Freitag laden sie zum Verweilen ein. Und mehr.

Direkt am Bürgerbrunnen stehen drei Sitzgelegenheiten. Genauer: drei Paletten mit Erde in Form von Sofas, auf denen Gras wächst. Noch sind die natürlichen Möbelstücke eingezäunt; ab Freitagmorgen können es sich Passanten dort bequem machen – und sich über das Projekt „Globales Lernen – Neue Methoden für das Globale Lernen“ des Osnabrücker Hilfswerks Help Age informieren.

Globale Zusammenhänge zeigen

„Wir wollen die Leute im Freien über etwas stolpern lassen“, sagt Katja Busch von Help Age im Gespräch mit unserer Redaktion. Zu den Sitzgelegenheiten komme noch ein Tisch aus Baumscheiben sowie eine Broschüre, die über das Bildungsprojekt informiert. Busch nennt sie „Inspirationsfibel“. „Wir wollen damit Menschen für globale Themen sensibilisieren.“ Denn die Installation soll globale Zusammenhänge veranschaulichen.

Upcycling: Sofas aus Grasnarben

Dabei geht es etwa um Ressourcenverschwendung und die Frage, ob denn wirklich alles sofort in den Müll geschmissen werden muss. In der Broschüre heißt es: „Inhaltlich stellt das Projekt den Zusammenhang zwischen nachhaltigen Lebensformen im globalen Süden und bei uns her.“ Dabei gehe es etwa um Flächenverbrauch, Klimaschutz und Biodiversität. Die Sofas selbst bestehen aus „recycelten Grasnaben“, sagt Busch. „Upcycling.“

Methode des „Casual Learning“

Die Sofas sollen das Interesse der Menschen wecken – und sie dann ganz nebenbei zum Lernen animieren. Ganz nach dem Konzept des „Casual Learning“ („zufälliges Lernen“), sagt Busch. Praktisch im Vorbeigehen könnten Passanten etwas über globale Herausforderungen lernen.

„Nehmt euch Zeit!

Das Projekt ist zudem angegliedert an das Projekt „100 Tage, ein Thema: Zeit“ des Fachbereichs Kultur der Stadt. „Nehmt euch doch mal Zeit und setzt euch hin“, appelliert Busch.

Weitere Installation im Friedensgarten

Eine weitere Installation – ein Bohnenautomat – steht Busch zufolge seit Ende August im Friedensgarten am Haster Weg. „Da geht es um Sorten- und Artenvielfalt.“ Ende Oktober oder Anfang November soll im Bürgergarten der Teutoburger Schule eine weitere Installation folgen. Für 2017 sind drei weitere geplant, womöglich dann auch im Landkreis.

Die Sofas am Platz des Westfälischen Friedens sollen dort bis November stehen bleiben. Anschließend, sofern es der Zustand zulässt, erhalten sie einen neuen Standort in Osnabrück. Und dann heißt es wieder: „Nehmt euch doch mal Zeit und setzt euch hin.“


Das Projektziel – Worum geht es?

Das Projekt soll im Rahmen von bestehenden Gärten und Gartenprojekten (z.B. Gemeinschafts- und Kleingärten, Botanische Gärten oder Parks) sowie Gartenmessen bzw. Gartenschauen mit innovativen Methoden die Möglichkeit für ein breites Publikum schaffen, globale Zusammenhänge praktisch und anschaulich erlebbar zu machen.

Inhaltlich stellt das Projekt den Zusammenhang zwischen nachhaltigen Lebensformen im globalen Süden und bei uns her. Die Vielfalt möglicher Projekthemen reicht von Biodiversität und Klimaschutz über Nahrungsmittel und deren nachhaltige Produktionsform bis hin zu Wasser- und Bodenmanagement oder Flächenverbrauch. Das Projekt soll die in Deutschland vorhandenen Ansätze der entwicklungspolitischen Umwelt und Bildungsarbeit in und mit Gärten konzeptionell und in der Praxis weiterentwickeln. Der neue Ansatz wird daher bundesweit verbreitet und nutzbar gemacht. (Quelle: Help Age)

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