Nach Insolvenzantrag Bleibt SinnLeffers Ankermieter im Neumarkt-Center Osnabrück?

Sinnleffers in der Johannisstraße in Osnabrück. Foto: Michael GründelSinnleffers in der Johannisstraße in Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Welche Folgen hat der Insolvenzantrag der Modekette SinnLeffers für das geplante Einkaufszentrum in Osnabrück?

Auf die Frage unserer Redaktion, ob SinnLeffers trotz der aktuellen Turbulenzen Ankermieter im neuen Einkaufszentrum am Osnabrücker Neumarkt bleiben werde, sendete SinnLeffers-Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel am Dienstagvormittag eine kurze Antwort: „Ja“. Für ein ausführliches Gespräch steht der SinnLeffers-Chef erst am Abend zur Verfügung. Vom Centerentwickler Unibail Rodamco war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

4800 Quadratmeter im geplanten Einkaufszentrum anmieten

Im Juli hatte Göbel bestätigt, dass die Modekette den Standort an der Johannisstraße in Osnabrück zum Ende des Jahres aufgeben wird und in das Einkaufszentrum einziehen will. Die Verträge mit dem Centerinvestor Unibail Rodamco Germany seien unterzeichnet, sagte der Göbel im Juli unserer Redaktion. „Wir sind rechtlich gebunden und warten jetzt auf Antwort von Unibail Rodamco.“ Das Modehaus, das zur Rudolf Wöhrl AG gehört, will 4800 Quadratmeter im geplanten Einkaufszentrum anmieten und würde damit der größte Mieter im Bekleidungssegment.

Der Mietvertrag für die 5700 Quadratmeter große Fläche an der Johannisstraße läuft am Ende des Jahres aus. SinnLeffers hat nach Angaben des Geschäftsführers die Möglichkeit, auf einer verkleinerten Fläche zu bleiben, bis das Einkaufszentrum am Neumarkt fertiggestellt ist. Nur zwei der vier Etagen will das Modehaus in dieser Übergangszeit behalten. Ob dieser Plan auch nach dem Insolvenzantrag noch Bestand hat, ist unklar. Das Haus an der Johannisstraße gehört einem dänischen Immobilienunternehmen.

1997 durch Fusion entstanden

Der Modehändler Wöhrl, zu dem SinnLeffers seit 2013 gehört, bestätigte die Antragstellung am Montagabend ebenso wie SinnLeffers selbst . Die „Westdeutsche Zeitung“ zitiert Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel mit den Worten: „Wir sind überzeugt, dass durch die Eigenverwaltung der Fortbestand der SinnLeffers GmbH gesichert ist und der Großteil der vorhandenen Arbeitsplätze erhalten werden kann.“

SinnLeffers war 1997 durch die Fusion aus den zwei kleineren Traditions-Modehäusern Sinn und Leffers entstanden. Von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Essener KarstadtQuelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH) übernommen wurde. SinnLeffers hatte im Sommer 2008 Planinsolvenz angemeldet und war seit dem Ende des Verfahrens mit deutlich verkleinertem Filialnetz und reduzierter Mitarbeiterzahl am Markt. Aktuell gibt es 22 SinnLeffers-Filialen in Deutschland. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen 1400 Mitarbeiter.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN