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12.09.2016, 18:39 Uhr DISKUSSION UM WAHLGEHEIMNIS

Wahlhelferin und Eltern haben überreagiert

Kommentar von Claudia Scholz

Wählerin mit Kind in Wahlkabine. Foto: Bodo Marks/dpaWählerin mit Kind in Wahlkabine. Foto: Bodo Marks/dpa

Osnabrück. Zwei Osnabrücker durften ihre Kleinkinder nicht mit in die Wahlkabine in der Grundschule Widukindland nehmen und ärgerten sich über die Wahlhelferin.

Die Situation in der Grundschule ist etwas unglücklich gewesen. Sicher war es keine böse Absicht, als die Wahlhelferin die Eltern zurechtwies. Vermutlich hatte sie das Alter der Kleinkinder im Wahlstress nicht richtig einschätzen können.

Fakt ist: Hier traf eine besonders pflichtbewusste Wahlhelferin, die das Wahlgeheimnis gegen jeden Widerstand verteidigte, auf besonders selbstbewusste Eltern, die ihre Kinder von Klein auf am Wahlsystem teilhaben lassen wollen.

Besonnener reagieren

Beide Seiten hätten besonnener reagieren können. Die Eltern hätten etwas mehr Entgegenkommen zeigen müssen, schließlich haben die Wahlhelfer nun mal ihre Anweisungen. Auch sind heutige Wahlkabinen ja keine hermetisch abgeriegelten Orte, Kinder sind auch außerhalb der Kabine noch in Sichtkontakt zu den Wählenden und müssen nicht unbedingt mit in der Kabine stehen, auch weil der Vorgang meist schnell geht.

Kleinkind versteht noch nichts von Parteien

Auf der anderen Seite müssten Wahlhelfer umgänglicher agieren und ein so kleines Kind, das sich an Mutter oder Vater klammert, auch mit in die Kabine lassen. Was soll es in dem Alter schon weitersagen? Von Parteien und Wahlen versteht es noch nichts. Es könnte den Wahlschein höchstens als Malblock zweckentfremden.

Die beste Lösung für zukünftige Wahlen wären allerdings ein Laufstall und Kinderbetreuung in jedem Wahllokal. Ein Sponsor findet sich bestimmt ...


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