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Geld sammeln für Gehege-Umbau Verein „Löwen für Löwen“ unterstützt Zoo Osnabrück

Von Sebastian Stricker

Promis mit Biss: Einstimmig in den Vorstand des neuen Vereins „Löwen für Löwen“ wurden gewählt (von links) Fritz Brickwedde, Mechthild Möllenkamp, Manfred Hülsmann, Claudia Haarmann und Thomas Salz. Foto: Zoo Osnabrück/Hanna RickertPromis mit Biss: Einstimmig in den Vorstand des neuen Vereins „Löwen für Löwen“ wurden gewählt (von links) Fritz Brickwedde, Mechthild Möllenkamp, Manfred Hülsmann, Claudia Haarmann und Thomas Salz. Foto: Zoo Osnabrück/Hanna Rickert

Osnabrück. Der Osnabrücker Förderverein „Löwen für Löwen“ ist nicht länger bloß ein Papiertiger. Nach seiner formellen Gründung kann er nun endlich offiziell Jagd machen auf offene Portemonnaies. Bevorzugte Beute: Geld für den Umbau der Löwenanlage im Zoo. Als idealer Köder erweisen sich dabei virtuelle Pokémons.

200.000 Euro will „Löwen für Löwen“ in den kommenden zwei, drei Jahren sammeln. „Das ist eine Summe, die man in Osnabrück gut schaffen kann“, glaubt Vorsitzender Fritz Brickwedde. Ist die Summe aufgebracht, soll der Verein wieder aufgelöst werden.

Die in den 1980er-Jahren eröffnete Löwenanlage am Schölerberg, seinerzeit vorbildlich in Sachen Gestaltung und Komfort, gehört längst nicht mehr zu den Aushängeschildern des Tierparks. Bei Besucherbefragungen werde immer wieder Kritik an dem Gehege laut, erklärt Reinhard Sliwka, Präsident des Betreibervereins Zoogesellschaft Osnabrück. Auch entspreche es nicht mehr den Mindesthaltungsnormen für Säugetiere, die unter anderem festlegen, welche Bereiche für die Tiere wie groß sein müssen.

Neues Königreich

„Insbesondere das Haus muss umgebaut werden. Dabei wollen wir auch gleich den Außenbereich vergrößern.“ Der fällige Umbau sei jedoch für einen Zoo, der sich so gut wie selbst über Eintrittsgelder, Sponsoring und Spenden finanziere, nicht leicht, so der Zoopräsident. Da kommt Unterstützung durch den im Juni von Ex-Bundespräsident Christian Wulff vorgestellten Verein „Löwen für Löwen“ gerade recht. Mit seiner Hilfe soll es gelingen, dem König der Tiere im Zoo Osnabrück ein Reich zu geben, das dreimal so viel Platz bietet wie heute.

Zoo-Geschäftsführer Andreas Busemann: „Geplant ist, das Areal um die Löwenanlage so umzugestalten, dass Besucher wie in der nordischen Tierwelt Kajanaland über Baumwipfelpfade über die Tieranlagen geführt werden. Die Gehegeabgrenzungen sollen unter den Besucherwegen verschwinden – so bekommen die Besucher noch mehr das Gefühl, sich direkt zwischen den Tieren zu bewegen.“ Auch Löwennachwuchs sei in einer neuen, größeren Löwenanlage wieder möglich. Es wären die ersten Löwenbabys seit dem berühmten „großen Wurf“ von 2007.

Lukrative Monsterjagd

Mit 46 teils einflussreichen Gründungsmitgliedern geht der Verein „Löwen für Löwen“ nun an den Start. Den fünfköpfigen Vorstand führt seit Ende August mit Fritz Brickwedde der CDU-Ratsfraktionschef und Beiratsvorsitzende der gemeinnützigen Zoo Osnabrück gGmbH. Weiterhin zählen zur Führungsriege Claudia Haarmann aus dem Vorstand der Universität Osnabrück, Mechthild Möllenkamp als Präsidentin des Einzelhandesverbands, Manfred Hülsmann, scheidender Vorstandschef der Stadtwerke Osnabrück, und Thomas Salz, Vorstandsmitglied der Sparkasse Osnabrück. Fünf Beisitzer sollen in den erweiterten Vorstand berufen werden, heißt es in einer Mitteilung.

Knapp ein Viertel der avisierten 200.000 Euro hat der Verein übrigens schon auf dem Konto: Drei Pokémon-Go-Veranstaltungen im Zoo Osnabrück mit 10.600 Teilnehmern brachten nach Angaben des Zoos vom Montag seit Mitte August mehr als 46.000 Euro ein. Wegen des anhaltenden Erfolgs sind nun sogar zwei weitere Termine für die beliebte Monstersafari in der virtuellen Realität geplant (15. bis 17. September und 22. bis 24. September). Sie dürften das Spendenbarometer erneut um mehrere Zehntausend Euro nach oben schnellen lassen. Weitere Aktionen zugunsten von „Löwen für Löwen“ seien laut Zoogeschäftsführer Busemann ebenfalls in Planung, darunter ein Entenrennen und ein Zoo-Bürgerdinner.