Was zählt, ist Unabhängigkeit Der Osnabrücker UWG kommen wechselnde Mehrheiten gelegen

Von Rainer Lahmann-Lammert

Die UWG hat ein Prozent verloren, aber Wulf-Siegmar Mierke, hier im Gespräch mit Claudia Imig, behält sein Ratsmandat. Foto: Michael GründelDie UWG hat ein Prozent verloren, aber Wulf-Siegmar Mierke, hier im Gespräch mit Claudia Imig, behält sein Ratsmandat. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Etwas gedämpft war die Freude bei der UWG schon. Einen Sitz im Rat hat die Unabhängige Wählergemeinschaft zwar sicher, aber das Ergebnis fällt deutlich ungünstiger aus als vor fünf Jahren. Der Beigeordnete Wulf-Siegmar Mierke ahnt, dass das die Quittung für die Haltung zum Theater ist. Die UWG hatte gefordert, auch am Etat der Städtischen Bühnen den Rotstift anzusetzen.

In der Lagerhalle trafen sich Mitglieder und Familienangehörige der UWG am „Voxtruper Tisch“, in Sichtweite der Piraten, mit denen sie in der Wahlperiode eine Fraktion gebildet hatte. Ob es eine Neuauflage dieser Fraktion gibt? Mit dem Piraten Ralf Ter Veer sei die Zusammenarbeit gut gewesen, vermerkte Mierke. Für den Fall, dass ihm ein anderer nachfolgt, mochte er sich aber noch nicht festlegen.

An einer Mehrheitsgruppe im Rat will sich die Wählergemeinschaft jedenfalls nicht beteiligen. „Die UWG ist unabhängig“, erklärte der Vorsitzende Wolfgang Düsing dazu, „wir stehen für das, was wir für sinnvoll halten – egal, aus welchem Lager das kommt“. Wulf-Siegmar Mierke drückte es so aus: „Wechselnde Mehrheiten sehe ich positiv“, wichtig sei, dass nach Sachargumenten entschieden werde „und dass alles transparent läuft“.

Der UWG-Politiker freut sich vor allem, dass es im neuen Rat voraussichtlich eine klare Mehrheit für einen autofreien Neumarkt geben wird. CDU und BOB könnten daran nichts ändern, meinte Mierke.

Die Wählergemeinschaft, die ihren Schwerpunkt in Voxtrup hat, ist stolz auf ihren sparsam geführten Wahlkampf. Der habe nur 3500 Euro gekostet, erklärte Mierke, dafür sei mit viel ehrenamtlichem Engagement gearbeitet worden – und mit Plakatpappen, die seit 15 Jahren immer wieder verwendet worden seien.