CD-Präsentation mit Nippy Noya Katharina Maschmeyer und ihr Quartett am Donnerstag im Blue Note

Wagen sich an große Vorbilder: Katharina Maschmeyer und Nils Pollheide mit „A Love Supreme“, dem neuen Album. Foto: Swaantje HehmannWagen sich an große Vorbilder: Katharina Maschmeyer und Nils Pollheide mit „A Love Supreme“, dem neuen Album. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Das fünfte Album des KaMa Quartet um die Saxofonistin Katharina Maschmeyer wagt sich an ein großes Vorbild: An „A Love Supreme“ von John Coltrane. Am Donnerstag stellt die Band das Album im Blue Note vor - zusammen mit Stargast Nippy Noya.

Die Musik klingt fast schon unverschämt selbstbewusst. Ein bisschen retro. Sehr mitreißend. Das muss sie auch sein; alles andere hätte unweigerlich in eine Katastrophe geführt. Denn das KaMaQuartet nimmt sich im fünften Album einen Meilenstein des Jazz vor: das Album „A Love Supreme“ von John Coltrane. Ganz schön mutig. Weiterlesen: Das KaMa Quartet im Lutherhaus

Ein Album für schwere Zeiten

Die Motoren dieses Cover-Projekts sind die Saxofonistin Katharina Maschmeyer und der Gitarrist Nils Pollheide. Die beiden haben eine sehr persönliche Beziehung zu Coltranes Album: „Wir haben es anderthalb Jahre ziemlich viel gehört“, sagt Maschmeyer, „in Situationen, in denen uns nicht so gut ging.“ Klingt nach großem Drama und seelischen Nöten, aber so existenziell war es zum Glück doch nicht. „Die letzten zwei, drei Jahre waren ziemlich stressig, sagt Pollheide, „und ein Jahr haben wir komplett durchgearbeitet, siebzig Stunden die Woche.“ Das war nötig, um ihre Musikschule „KlangArt“ aufzubauen; in solchen Phasen wird die Not vielleicht doch manchmal existenziell.

Coltranes Album für die Insel

Nun zählt „A Love Supreme“, vielleicht wegen seiner heilenden Kräfte, zu einem Album für die Insel; es gilt als Coltranes Meisterwerk. Wie soll man einer solchen Vorlage gerecht werden? Katharina Maschmeyer gibt zu, dass sie „Riesenrespekt“ hatte. Durch Coltrane ist sie überhaupt zum Jazz gekommen: „Mit 16 habe ich mich im Zimmer eingeschlossen und Coltrane gehört.“ Jetzt freut sie sich, „diese Musik einmal spielen zu dürfen und mit zu bedanken.“ Bleibt die Frage wie. Das Album wurde etliche Male gecovert, und das nicht immer gut.

Stargast: Nippy Noya

Das KaMa Quartet übersetzt die Musik in den Jazz-Rock-Sound der späten sechziger, frühen siebziger Jahre: Synthie-Sounds und Fender Rhodes von Philipp Rütgers, ein treibendes Schlagzeug von Jens Otto, Percussion vom legendären Nippy Noya. Maßgeblich prägt auch Nils Polheide den Sound mit seinem elektrisch wie akustisch ausdrucksstarken Gitarrenspiel. Und dann ist da natürlich Katharina Maschmeyer, die Saxofonistin, die der Band den Namen gibt, daraus aber keineswegs den Anspruch permanenter Präsenz ableitet. Die spielt expressive Soli auf dem Tenorsaxofon, schmeichelt mit der Bassklarinette, hat einen herrlichen Klang am Sopransaxofon. Trotzdem  lässt ihren Mitmusikern viel Raum - für eine Musik, die sich so nachhaltig am Jazzrock orientiert, dass sich das sogar im Cover widerspiegelt. Weiterlesen: Katharina Maschmeyer im Blue Note

„Wir sind nicht die ersten, die ein Cover covern“, sagt Pollheide und lächelt dabei: Für „Acknoledgement“ stellt das Quartett das Cover der LP „The Inner Mounting Flame“ des legendären Mahavishnu Orchestra nach - nicht eins zu eins, aber doch auf den ersten Blick erkennbar. Und weil damals fünf Musiker im Sonnenaufgang standen, lächelt Percussion-Legende Nippy Noya vom Cover-Cover: Stargast beim Album und beim Releasekonzert am Donnerstag im Blue Note.


KaMaQuartet: „A Lover Supreme / Universal Tone“. CD, erschienen bei Neuklang. 

Konzert: Donnerstag, 15. September, 20.30 Uhr, Blue Note. Kartentelefon: 0541/600650

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN