Große Aufräumaktion Tastaturen und Handtaschen aus Hase in Osnabrück gefischt

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


bfr Osnabrück. Bei einer Aufräumaktion befreiten die Stadtpaddler um Sebastian Brandt und Mitarbeiter des Physiotherapiezentrums Centrumed Osnabrück am Samstag die Hase in der Innenstadt von ihrem Müll.

Rund um das Modehaus L+T, das die Aktion ebenfalls unterstützte, schwärmten rund 30 Helfer mit ihren Stand-Up-Boards aus und machten sich auf die Suche nach allem, was nicht biologisch abbaubar ist.

Stolz und etwas fassungslos griff Brandt regelmäßig in seine auf dem Board befestigte, blaue Tonne. Die Gegenstände, die die Helfer bei ihrer ersten Aufräumaktion aus der Hase herausfischten, konnten unterschiedlicher kaum sein: Blumenkübel, Handtaschen, PC-Tastaturen, eine alte Dachrinne und eine ganze Tischplatte. „Es ist erstaunlich, was die Leute alles wegwerfen“, findet Enrico Pluntke vom Centrumed. Auch viel Kleinkram kam zusammen: zerbrochene Glasflaschen, Fahrradschlösser und viel Metall. Den ganzen Innenstadtbereich nahmen die Paddler bei der Aktion unter die Lupe.

Natur vor Ort attraktiver machen

Auf die Idee, ihre Stand-Up-Boards zum Müllsammeln zu rüsten, kam Brandt bei einer privaten Paddel-Tour. „Wir wollen, dass die Leute die Natur vor ihrer Nase benutzen, wie zum Beispiel die Hase“, erklärt Brandt. Als er mit Freunden auf der Hase unterwegs war, bemerkte er, wie viel Müll dort herumschwimmt. „Wir können die Leute ja nicht dazu auffordern, öfter mal durch einen total verdreckten Fluss zu paddeln.“ Die Folgerung: „Wir müssen den Fluss erstmal saubermachen.“ Nach Telefonaten mit der Stadt, die einen Anhänger für den Müll zur Verfügung stellte, und L+T, das logistisch unter die Arme griff, stand die Aktion fest.

Erschwerte Bedingungen

Bei der Umsetzung am Samstagmittag hatten die Helfer allerdings erschwerte Bedingungen: Während der letzten Kontrollfahrt am Dienstag sei der Wasserstand noch sehr niedrig gewesen, so Brandt. Bei der Stadt habe man ihm erklärt, dass dies wegen der Baustelle bei L+T zunächst auch so bleibe. Am Samstag jedoch war der Wasserstand wieder deutlich höher. „Es ist teilweise schon richtig schwer, den Müll zu finden und dann aus dem tiefen Wasser zu holen“, sagt Pluntke.

Die aufblasbaren Boards aus dem Bestand der Stadtpaddler sind keine Schnäppchen: 1000 Euro pro Stück, das große Acht-Personen-Board kostet 3000 Euro. „Als ich gesehen habe, was in der Hase so rumliegt, hatte ich schon etwas Angst um die Boards“, meint Brandt, „aber das Risiko war es auf jeden Fall wert.“ Mit der Aufräumaktion ist er vollauf zufrieden. Sind die Stadtpaddler nicht gerade auf der Suche nach Müll, bieten sie Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene auf dem Kanal an. Infos und Anmeldung unter www.stadtpaddler.de.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN