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Justizielle Fortbildung der EU Europäische Richter hospitieren in Osnabrück

Von Andre Pottebaum

In dieser Woche hospitierten drei europäische Richter am Verwaltungsgericht in Osnabrück, um Einblicke in das justizielle System der Bundesrepublik zu gewinnen. Auf dem Foto von links: Violeta Petkevičienė (Litauen), Laura Juntunen (Finnland), Ulrich Schwenke (Präsident des Verwaltungsgerichts), Uta Conrads (Projektbetreuerin) und Francesco Tallarco (Italien). Foto: Michael GründelIn dieser Woche hospitierten drei europäische Richter am Verwaltungsgericht in Osnabrück, um Einblicke in das justizielle System der Bundesrepublik zu gewinnen. Auf dem Foto von links: Violeta Petkevičienė (Litauen), Laura Juntunen (Finnland), Ulrich Schwenke (Präsident des Verwaltungsgerichts), Uta Conrads (Projektbetreuerin) und Francesco Tallarco (Italien). Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Im Rahmen des European Judicial Training Network (EJTN) haben in dieser Woche drei Richter aus Litauen, Finnland und Italien am Verwaltungsgericht in Osnabrück hospitiert. Ziel des Austauschprogramms ist es, praktische Kenntnisse über die europäische Justiz und nationale Rechtssysteme zu gewinnen. Seit Montag weilt das Trio in der Hasestadt. Es besichtigte unter anderem die Landesaufnahmebehörde in der Sedanstraße.

„In dieser Woche sind drei Richter aus Litauen, Finnland und Italien bei uns zu Gast. Sie schauen sich den normalen Alltag im Verwaltungsgericht an und tauschen sich mit Kollegen auf fachlicher Ebene aus. Zudem steht ein Besuch der Landesaufnahmebehörde in Osnabrück an sowie ein Landtagsbesuch in Hannover“, sagt Uta Conrads vom Verwaltungsgericht Osnabrück.

Hauptzweck des EJTN ist der direkte Kontakt zwischen Richtern, Staatsanwälten und Fortbildern aus unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten, um Kenntnisse über andere Justizsysteme zu erlangen und sich mit Kollegen über Erfahrungen der justiziellen Praxis auszutauschen. Der Austausch hat auch das Ziel, mit dem Wissen über die europäische Justiz eine gemeinsame europäische Rechts- und Justizkultur zu fördern.

Inhalte des Austauschprogramms

Das Austauschprogramm umfasst Kurzzeithospitationen bei Gerichten, Staatsanwaltschaften und juristischen Fortbildungseinrichtungen der EU-Mitgliedsstaaten, Langzeithospitationen an europäischen Gerichten, bei EU-Institutionen und EU-Stellen sowie ein spezielles Programm für angehende Angehörige der Justizberufe.

Die drei Hospitanten werden rund drei Wochen in Niedersachsen verweilen und sich unterschiedliche justizielle Einrichtungen anschauen. Organisiert wurde der Aufenthalt vom Niedersächsischen Justizministerium in Absprache mit lokalen Gerichten und Staatsanwaltschaften. An dem Austauschprogramm der Europäischen Union nehmen jährlich rund 1600 Angehörige europäischer Justizsysteme teil.