Park-Lane-Jazz-Club Olaf Polziehn und Thilo Wagner als Jazz-Klavierduo

Von Jan Kampmeier

Olaf Polziehn (links) und Thilo Wagner (rechts) sprechen zum Publikum zwischen zwei Stücken im „Badambiente Pietsch“. Foto: Moritz FrankenbergOlaf Polziehn (links) und Thilo Wagner (rechts) sprechen zum Publikum zwischen zwei Stücken im „Badambiente Pietsch“. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Auf Einladung des Park-Lane-Jazz-Club und Pianohaus Kemp spielten die Jazzpianisten Olaf Polziehn und Thilo Wagner ein Duokonzert bei Badambiente Pietsch.

Ein Blues erklingt, fast zaghaft, aber es swingt sofort. Olaf Polziehn und Thilo Wagner sitzen da an zwei kleinen Flügeln, die aus dem Pianohaus Kemp hinübergebracht wurden zum direkten Nachbarn Badambiente Pietsch. Zwei Pianisten, die beide schon mehrfach beim Park-Lane-Jazz-Club zu Gast waren, allerdings bisher nicht gemeinsam.

Olaf Polziehn erzählt, dass sie beide sich schon seit über 20 Jahren kennen, in Luzern etwa hätten sie schon gemeinsam gespielt, in einer Art Boxring mit Zuhörern auf allen vier Seiten. Man habe ein ähnliches rhythmisches Verständnis. Das nächste Stück können die beiden selbst nicht vernünftig ansagen. „Once I Had a Secret Love“ lautet der Titel, aber beide wissen nicht, wer ihn geschrieben hat.

Wie auch immer, die beiden nehmen allmählich Fahrt auf, die Läufe perlen, immer leicht und locker, bald von der einen, bald von der anderen Seite. Nach dem Stück erklärt Olaf Polziehn, was man auch gut hören konnte: dass die beiden beim Spielen in einen Dialog treten, jeweils auf den Partner reagieren. „Wir haben nur die Stücke abgesprochen und wissen nicht, was passiert, müssen also aufeinander eingehen.“

Tonart liegt noch nicht fest

Teilweise müssen sie sogar die Tonart noch festlegen, bevor es los geht. Das sei auch ein Risiko, so Olaf Polziehn. Doch dann ist es frappierend, wie gut ihnen dieser spontan improvisierte Dialog gelingt. Ein Dialog, bei dem man ja nicht nur auf das reagiert, was der andere soeben gesagt bezeihungsweise gespielt hat, sondern bei dem man auch wachsam sein muss, was er wohl als Nächstes vorhat.

In seinen Soli liebt Olaf Polziehn offenbar die zartesten Klänge. Gerade hat er damit in einem Solostück das Publikum verzaubert, da kommentiert Thilo Wagner, während er wieder an seinen Flügel tritt: „Gar nicht schlecht!“ Olaf Polziehn ist offenbar der ernstere der beiden, das Solo seines Partners hatte er zuvor noch als „wunderbar“ bezeichnet. In der Tat hatte Thilo Wagner mit „I’m Old-Fashioned“ von Jerome Kern nicht weniger beeindruckt.

Solostücke sind die Ausnahme

Doch Solostücke bleiben die Ausnahme, meist spielen die beiden gemeinsam. Ob „One Note Samba“, „How Deep is the Ocean“, „I Want to Be Happy“ oder „Steeplechase“, da werden wechselseitig Ideen aufgegriffen und fortgesponnen, und offenbar haben sowohl Zuhörer als auch Spieler ihren Spaß daran. Zumal all das in einer gewissen beschwingten Gemütlichkeit geschieht.


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