Beatmungsgeräte laufen weiter Technische Defekte durch Stromausfall in Osnabrück

Gegen 6.15 Uhr gingen die Lichter im gesamten Stadtgebiet aus. Laut Stromanbieter war ein technischer Defekt die Ursache für den Stromausfall, der über eine halbe Stunde dauerte. Vielen Unternehmen bereitete der Ausfall Schwierigkeiten. Foto: Jörn MartensGegen 6.15 Uhr gingen die Lichter im gesamten Stadtgebiet aus. Laut Stromanbieter war ein technischer Defekt die Ursache für den Stromausfall, der über eine halbe Stunde dauerte. Vielen Unternehmen bereitete der Ausfall Schwierigkeiten. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Gegen 6.15 Uhr sind am Freitag die Lichter im gesamten Stadtgebiet ausgegangen. Laut Stromanbieter war ein Fehler in einer Stromsammelschiene die Ursache für den Stromausfall, der über eine halbe Stunde dauerte. Bei R&R Icecream, VW und KME standen Maschinen still.

R&R Ice Cream in der Eduard-Pestel-Straße ist einer der größeren Stromabnehmer. Der Ausfall hatte für den Eishersteller beträchtliche Folgen: „Für uns ist so ein Ausfall kein Spaß. Alle Maschinen fahren runter“, sagt Frank Förster, Operations Direktor am Standort Osnabrück. Aus Sicherheitsgründen müssen alle Maschinen gereinigt werden, bevor sie wieder in Betrieb gehen können. „So lange stehen die Mitarbeiter rum. Dabei wollen wir bei dem Wetter unbedingt produzieren“, sagt er.

Betroffen von dem Ausfall war auch der Allfrisch-Markt in der Krahnstraße. „Wir haben uns mit Taschenlampen durch den Laden gearbeitet“, sagt Jutta Trentmann. Die gekühlten Lebensmittel seien durch den Stromausfall allerdings nicht geschädigt worden. „So schnell entweicht die Kälte dort nicht“, sagt sie. Einige hundert Meter weiter im Rewe an der Heinrichstraße sorgte ein Aggregat für die Stromversorgung, sodass der Ausfall beinahe unbemerkt blieb.

Aggregate laufen

Das Klinikum Osnabrück verfügt über zwei Einspeisungen und war laut Werkstattleiter Christian Theiling schon nach sieben Minuten wieder am Netz. In der Zwischenzeit haben zwei Dieselaggregate die Stromversorgung aufrechterhalten. Eine Verordnung für medizinische Einrichtungen schreibe vor, dass bei einem Ausfall innerhalb von 15 Sekunden wieder Strom zur Verfügung stehen muss. „Unsere Aggregate sind von 2011 und laufen sogar innerhalb von fünf Sekunden“, sagt Theiling. Einige Anlagen wie OP-Lampen und Beatmungsgeräte werden bei einem Stromausfall über eine Batterieanlage betrieben, die innerhalb von einer halben Sekunde die Versorgung übernimmt. Mitarbeiter würden in einem solchen Fall auch sofort kontrollieren, ob alle Geräte funktionieren. Auf Stromausfälle ist das Klinikum vorbereitet, denn es gebe monatliche Notstromtests, sagt Theiling. Etwa alle anderthalb bis zwei Jahre gingen die Aggregate aufgrund eines Stromausfalls in Betrieb.

Auch im Marienhospital haben Aggregate die Versorgung übernommen. Der Ausfall sei lediglich über ein kurzes Lampenflackern bemerkbar gewesen. In der Paracelsus-Klinik wurden die Aggregate hingegen nicht gebraucht. Laut einer Sprecherin war die Klinik von dem Ausfall nicht betroffen, es habe lediglich einen kurzen Spannungsabfall gegeben.

Technik beschädigt

Über einen Notstrompuffer verfügt auch das Callcenter Kikxxl an der Mindener Straße. „Trotzdem hat so ein Ausfall immense Auswirkungen für uns“, sagt Mitarbeiter Ralf Timmer. Die Systeme werden durch die Notversorgung kontrolliert runtergefahren, doch durch eine Spannungsspitze beim Hochfahren werden häufig Sicherungen beschädigt. „Es ist ein großer Aufwand, bis alle Systeme wieder laufen“, sagt Timmer. Etwa drei Stunden habe es am Freitagmorgen gedauert, nachdem der Strom zurück war. „In den letzten fünf Jahren sind die Ausfälle für unser Empfinden häufiger geworden. Inzwischen haben wir ein bis zweimal im Jahr einen Stromausfall“, sagt er.

Mit Reparaturen waren am Freitag auch Mitarbeiter bei KME beschäftigt. Weil die Maschinen nicht ordnungsgemäß heruntergefahren wurden, gab es auch dort technische Defekte. Anlagen wie die Gießerei seien aber durch Aggregate abgesichert. Im VW-Werk standen die Bänder ebenfalls still, allerdings nur einige Minuten. Größere Auswirkungen seien nicht bemerkbar gewesen, heißt es seitens VW.

Besucher des Schinkelbads bemerkten die Folgen des Stromausfalls noch bis zum Mittag: Teile der elektronischen Steuerung waren durch den Ausfall beschädigt worden, sodass die Wasseraufbereitung nicht reibungslos funktionierte. „Der Warm- und der Solebadbereich mussten zeitweise gesperrt werden“, sagt Marco Hörmeyer, Sprecher der Stadtwerke.


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