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25.08.2016, 17:11 Uhr WIEDER EIN GELDAUTOMAT GESPRENGT

Leichter zu knacken als manches Fahrradschloss

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

Glas zersplittert, Scheine ausgeräumt: Bei Kaufland am Kurt Schumacher Damm wurde der Geldautomat der Volksbank gesprengt. Foto: Jörn MartensGlas zersplittert, Scheine ausgeräumt: Bei Kaufland am Kurt Schumacher Damm wurde der Geldautomat der Volksbank gesprengt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Einschläge kommen näher. Zuerst fielen die Ganoven über Geldautomaten im Emsland her, jetzt kommen sie schon nach Osnabrück. Die Polizei hat Banden aus den Niederlanden im Visier. Da stellt sich die Frage, warum die in Deutschland ihr Unwesen treiben. Ganz einfach: Weil die Automaten hier leichter zu knacken sind als manches Fahrradschloss.

Anfang August knallte es im Automatencenter der Deutschen Bank an der Lotter Straße. In der Nacht zum Donnerstag zerlegte eine Sprengladung den Geldautomat der Volksbank bei Kaufland am Kurt-Schumacher-Damm. Für die Räuber sicherlich eine fette Beute. Wahrscheinlich sind sie mit Scheinen in sechsstelliger Höhe über die Grenze gerast.

Bei unseren holländischen Nachbarn ist es längst üblich, die Geldautomaten mit Farbkartuschen auszustatten. Eine Sprengung macht die Scheine im Nu unbrauchbar. An bestimmten Standorten werden auch gepanzerte Automaten aufgestellt. Da stellt sich die Frage, warum die Banken in Deutschland das nicht auch können.

Sie können schon. Und die Versicherungen drängen sie bereits. Aber offensichtlich muss es erst knallen, um die Bankmanager von der Notwendigkeit der Sicherungssysteme zu überzeugen.


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