Angebote der Beratungsstelle Pro Familia in Osnabrück will mehr Männer erreichen

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Karin Schlüter, Leiterin der Pro Familia Beratungsstelle Osnabrück, stellt das Angebot vor. Foto: Claudia ScholzKarin Schlüter, Leiterin der Pro Familia Beratungsstelle Osnabrück, stellt das Angebot vor. Foto: Claudia Scholz

Osnabrück. In der Osnabrücker Beratungsstelle des Fachverbandes Pro Familia in der Georgstraße 14 finden mehr als nur Schwangerschaftskonfliktberatungen statt. Die Sozialpädagogen helfen bei Fragen des Mutterschutzes, Partnerschaftskonflikten oder Elterngeld.

Zum Team der Osnabrücker Beratungsstelle gehören neun Sozialpädagogen und -pädagoginnen und und eine Psychologin. Die Leitung hat seit 1997 Karin Schlüter inne.

Pro Familia berät bei allen Fragen rund um Schwangerschaft, Sexualität und Verhütung. Die Pädagoginnen helfen Paaren aber auch bei Konflikten, unerfülltem Kinderwunsch und Trennung. Sie informieren über Möglichkeiten der Pränataldiagnostik und des Mutterschutzes. Frauen, die Anträge an die Stiftung Mutter und Kind stellen wollen, werden dabei unterstützt. Am Dienstag, 30. August, um 18 Uhr findet ein Gesprächsabend zum Thema „Unerfüllter Kinderwunsch“ statt. Bis 26. August können sich Interessierte dafür in der Beratungsstelle anmelden.

Wollen auch werdende Väter ansprechen

Die Pädagogen wollen neben den werdenden Müttern auch die werdenden Väter ansprechen. „Es kommen vor allem Frauen zur Schwangerschaftsberatung, Männer tun sich noch etwas schwer. Dabei wollen wir auch junge Väter und generell Männer mit ins Boot holen“, sagt Karin Schlüter. Auch Väter, die zum Beispiel keinen Kontakt zu ihrem Kind haben, könnten bei Pro Familia Rat finden. 68 Prozent der Ratsuchenden kamen 2015 aus Osnabrück, 26 Prozent aus dem Landkreis, so der Jahresbericht der Beratungsstelle.

Mehr Beratungen zum Schwangerschaftsabbruch

Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch erwägen, hilft die Beratungsstelle bei der Entscheidungsfindung und den weiteren Schritten. Sie führt die gesetzlich vorgeschriebene Schwangerschaftskonfliktberatung durch. Auch einen Schwangerschaftstest kann man in der Beratungsstelle machen. Man müsse damit nicht auf einen Termin beim Frauenarzt warten.

2015 wurden in der Beratungsstelle Osnabrück 603 Schwangerschaftskonfliktberatungen durchgeführt, 73 Beratungen mehr als im Vorjahr. Frauen, die in Partnerschaft leben, seien genauso betroffen wie Frauen, die alleine leben. Die Mehrheit, rund 37 Prozent der Ratsuchenden für die Schwangerschaftskonfliktberatung sind zwischen 27 und 34 Jahre alt, 24 Prozent sind 22 bis 26 Jahre alt. Rund 44 Prozent der Frauen leben in Partnerschaft, 28 Prozent von ihnen verheiratet, 16 Prozent in nicht ehelicher Partnerschaft. 41 Prozent leben alleine, 12 Prozent wohnen noch bei den Eltern. „Das ist ein Thema, das Frauen in verschiedenen Lebensabschnitten betrifft“, sagt Karin Schlüter.

Unterstützung bei unrechtmäßiger Kündigung

Die Beratungen zu Themen wie Familienplanung, Sexualität und Schwangerschaft seien um elf Prozent zurückgegangen. Dafür seien diese Beratungen aber immer umfangreicher und komplexer geworden. Längst ginge es nicht mehr nur um das Beantragen von Geldern bei der Bundesstiftung „Mutter und Kind“. Sondern auch um Themen wie die Situation der Schwangeren am Arbeitsplatz, Elternzeit und Elterngeld. Frauen, die unrechtmäßig während der Schwangerschaft gekündigt worden sind oder Probleme mit dem Arbeitgeber haben, finden hier Unterstützung.

Beratung in Schulen

Auch Schüler der Osnabrücker Schulen klärt die Beratungsstelle über Sexualität auf. Schüler ab der zehnten Klasse informieren sie über „Werte und Normen“ des Schwangerschaftsabbruchs. „Ziggy“, das Präventionsprojekt gegen sexuelle Gewalt führt Pro Familia an Grundschulen durch. Man wolle auch in Kontakt zu den Familienzentren treten, so Karin Schlüter und in Zukunft vielleicht gemeinsame Themenabende für Eltern veranstalten.

Für die Zukunft sind Schlüter und ihr Team auf der Suche nach neuen Räumen, die zentral erreichbar sind, am besten im Erdgeschoss, aber bezahlbar. Der derzeitige Standort sei problematisch, weil er im dritten Stock liegt und keinen Fahrstuhl hat.

Beratungen finden täglich nach telefonischer Vereinbarung unter der Nummer 0541-23907 statt. Eine besondere Herausforderung sei die Beratung von geflüchteten Frauen. Diese erhalten Beratungen auf Englisch, bei anderen Sprachen helfen Dolmetscher weiter. Auf der Seite www.sexundso.de kann man sich ebenfalls Rat holen. Fragen werden zügig beantwortet.


Pro Familia ist ein unabhängiger Fachverband, der 19 Beratungsstellen und sieben Außenstellen unterhält. Die Osnabrücker Beratungsstelle wird vom Land Niedersachsen, dem Landkreis Osnabrück und Spenden finanziert.

Seit 2000 befinden sich die Räume von Pro Familia Osnabrück in der Georgstraße 14, vorher in der Krahnstraße 23.

Beratungen finden täglich nach telefonischer Vereinbarung unter der Nummer 0541/23907 statt. Auf der Seite www.sexundso.de kann man sich ebenfalls Rat holen.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN