Zuschuss zur Berufsausbildung Bistum Osnabrück vergibt Stipendien für den Berufseinstieg

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Beginnen die Berufsausbildung mit einem Stipendium des Bistums und der Caritas: Isabel Schule und Felix Ruhe. Foto: Michael GründelBeginnen die Berufsausbildung mit einem Stipendium des Bistums und der Caritas: Isabel Schule und Felix Ruhe. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Finanzspritze für die Berufsausbildung: 20 junge Menschen bekamen jetzt vom Bistum und dem Diözesan-Caritasverband die Zusage für ein Stipendium. Damit belohnt man das Engagement im Freiwilligendienst und sichert sich künftige Fachkräfte.

Der Zuschuss zur Berufsqualifikation ist an zwei Voraussetzungen gebunden: Erstens müssen die Stipendiaten einen Freiwilligendienst im Bistum Osnabrück absolviert haben. Zweitens haben sie ihre Absicht bekräftigt, nach der Ausbildung entweder bei der Caritas oder beim Bistum arbeiten zu wollen.

Felix Ruhe etwa absolvierte nach dem Abitur seinen Freiwilligendienst im Glandorfer Theresienhaus. In der Caritas-Einrichtung für chronisch suchtkranke Menschen verfestigte sich sein Berufswunsch. „Ich habe schon vorher Soziale Arbeit studieren wollen. Im Freiwilligenjahr wollte ich testen, ob das wirklich was für mich ist. Heute weiß ich, dass mich die Arbeit dort in Sachen Verantwortung richtig nach vorne gebracht hat“, berichtete der 19-Jährige am Rande der Veranstaltung im Forum am Dom.

Drei Jahre lang monatlich 300 Euro

Ruhe wird ab dem Beginn seines Studiums in Münster drei Jahre lang monatlich 300 Euro bekommen. Wenn er nach der Ausbildung bei der Caritas oder beim Bistum einen Job annimmt, braucht er das Stipendium auch nicht zurückzahlen.

150 Euro gibt es als Zuschuss, wer in eine betriebliche Ausbildung einsteigt. Isabel Schulze etwa kombiniert ihre vierjährige Berufsqualifikation zur Altenpflegerin mit einem Dualen Studium im Haus St. Marien in Belm. Dort hatte sie ihr Freiwilligenjahr absolviert und auch bei ihr bestätigte sich in den zwölf Monaten der Berufswunsch.

Generalvikar Theo Paul plädierte dafür, das Freiwilligenjahr nicht als „verlorene Zeit“ zu betrachten. Vielmehr sei es die Gelegenheit, aus der „Logik des Nutzens“ auszusteigen und mit der dazu notwendigen Muße, die eigene Persönlichkeit weiter zu bilden. Das Bistum Osnabrück unterstützt die jungen Leute deshalb während des Freiwilligenjahres mit fünf einwöchigen Seminaren. Darin geht es beispielsweise um Selbst- und Fremdwahrnehmung, um Spiritualität und Tod sowie um Politisches.

In dieser Art einzigartiges Stipendium

Das Stipendium an ein vorab geleistetes Freiwilligenjahr zu knüpfen, sei allerdings nicht ganz uneigennützig, machte Caritasdirektor Franz Loth deutlich. „Wir bekommen eine Hilfestellung und werden flexibler beim Einsatz unserer Kollegen. Und für Kirche und Caritas bauen wir eine Verbindung zu jungen Leuten auf, denn wir stehen durchaus im Wettbewerb mit anderen Anbietern am Arbeitsmarkt.“

Das Stipendium ist nach eigenen Angaben in dieser Art einzigartig. In diesem Jahr wurde es zum dritten Mal vergeben. 59 junge Leute hatte sich beworben, 17 Frauen und drei Männer bekamen die Zusage. Sie ist abhängig von einer schriftlichen Selbstbeschreibung sowie den Bewertungen der Einsatzstelle und der Seminarteamer.


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