Blindgänger senkrecht im Acker Weltkriegsbombe am Sonntag in Osnabrück gesprengt


Osnabrück. Der Bombenblindgänger, der vorige Woche im Osnabrücker Stadtteil Schinkel-Ost gefunden wurde, ist am Sonntag gegen 15.30 Uhr gesprengt worden. Das Risiko einer unkontrollierten Explosion beim Entschärfen wäre zu groß gewesen.

„Alles ist hundertprozentig geglückt“, sagte Sprengmeister Hans Mohr kurz nach der Sprengung. Die Fünf-Zentner-Bombe steckte senkrecht im Boden. Um die Art des Zünders zu bestimmen, wären Grabearbeiten erforderlich gewesen, die im Ackerboden unvermeidlich Erschütterungen verursacht hätten. Deshalb entschied Hans Mohr, den sicheren Weg zu gehen und den Blindgänger zu sprengen.

Säcke mit 25.000 Litern Wasser

Alle drei verfügbaren Wassersäcke wurden über der Bombe platziert, um die Wucht der Explosion abzufangen und die Druckwelle nach oben zu lenken. Die Bezeichnung „Wassersäcke“ ist in diesem Zusammenhang möglicherweise irreführend, weil stark untertrieben, wenn man sich deren Volumen ansieht: Jeder einzelne Wassersack fasst 25.000 Liter, 45 Minuten dauert die Befüllung. In der jüngsten Vergangenheit hat es häufiger Sprengungen gegeben. „Sie bergen das geringste Risiko für den Sprengmeister“, erklärte Jürgen Wiethäuper, Fachdienstleiter Ordnung und Gewerbe der Stadtverwaltung.

Im Vorfeld der Sprengung mussten mehrere Siedlungen im Osten von Osnabrück evakuiert worden. 4000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Bis 12 Uhr sollte das Sperrgebiet in Schinkel-Ost und Lüstringen vollständig geräumt sein. Erwartungsgemäß verließen nicht alle Bewohner selbstständig ihre Wohnungen. Beispiel: In einer Wohnanlage für rund 200 Familien am Klosterhügel sprechen viele der Mieter kein oder wenig Deutsch und wussten entsprechend nicht, was los war. Feuerwehr und Polizei räumten die Anlage. Einen älteren Mann begleiteten die Beamten noch einmal in seine Wohnung, um Medikamente zu holen.

80 Personen im Evakuierungszentrum

Im Evakuierungszentrum in der Gesamtschule Schinkel war die Stimmung größtenteils entspannt. Laut Philip Hergt vom Deutschen Roten Kreuz war für 200 Personen vorgesorgt, es kamen aber nur gut 80. Die Zahl der bereitgestellten Plätze wird anhand von Erfahrungswerten berechnet, als bestimmter Prozentsatz aller Bewohner des Sperrgebietes. Bei gratis Gulaschsuppe, Keksen und Kaffee warteten die Evakuierten darauf, wieder in ihre Wohnungen zurückkehren zu können, was kurz nach 16 Uhr dann auch planmäßig möglich war.

Jürgen Wiethäuper ist seit 2000 zuständig für die Koordinierung der Bombenräumungen. „Damals haben wir damit gerechnet, dass wir in zehn Jahren fertig sind.“ Diese Annahme hat sich längst als zu optimistisch erwiesen.

Hier gibt es unseren Liveticker zum Nachlesen: Amerikanische Bombe in Osnabrück-Schinkel gesprengt


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