Entscheidung über Bebauungsplan Wie Osnabrück am Güterbahnhof gerade noch die Kurve kriegt

Eine Chance für die Stadtentwicklung, allerdings mit erheblichem Konfliktpotenzial: das Güterbahnhofsgelände aus der Luft betrachtet. Foto: Archiv/Michael HehmannEine Chance für die Stadtentwicklung, allerdings mit erheblichem Konfliktpotenzial: das Güterbahnhofsgelände aus der Luft betrachtet. Foto: Archiv/Michael Hehmann

Osnabrück. 22 Hektar Brachland, innenstadtnah gelegen, welch eine Chance für Osnabrück! Aber mit dem Güterbahnhof tut sich die Stadt seit Jahren schwer, und die Frage, wie mit dessen Eigentümern umzugehen sei, spaltet den Rat. Jetzt ist der Bebauungsplan fertig, aber weiterer Ärger programmiert.

419 Seiten umfasst die Vorlage, die dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstag vorgelegt wurden. Es ist wohl das umfangreichste Dokument für einen Planungsprozess in Osnabrück. 590 Stellungnahmen Aus der Bürgerbeteiligung z

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„Bitte macht das rückgängig“

590 Stellungnahmen gingen während der Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan 370 „ehemaliger Güterbahnhof“ im Fachbereich Städtebau ein – das ist rekordverdächtig. Hier sind einige Kostproben:

Mit Wut und Fassungslosigkeit habe ich heute Einsicht in den Ratsbeschluss genommen. Schließlich stellte ich wieder fest, dass gegen jedes Versprechen, gegen all die warme Luft, gegen den Willen der Bürger und vor allem gegen die Osnabrücker Kultur entschieden werden soll.“

„Aus einem versifften Ort etwas Neues bauen, was gibt´s Besseres? Und, oh mein Gott, eine Kirche!!! Was ist daran so schlimm?“

„Tja, die Verlockung auf kurzfristigen Mammon war dann anscheinend doch zu groß.“

„Ich finde es eine Unverschämtheit in einem freien Land so gegen eine christliche (übrigens Kulturreligion in Deutschland) Gemeinde vorzugehen.“

„Ich bin für die traditionelle Familienplanung. Ich bin gegen homosexuelle Beziehungen und bin dagegen, wenn sie in der Kirche genehmigt werden.“

„Hiermit fordere ich den ehemaligen Güterbahnhof den Freiraumaktiven als kreativen und zwischenmenschlich bindenden Raum weiterhin zu überlassen und somit eine wichtige kulturelle Quelle und Bereicherung der Stadt Osnabrück weiterhin bestehen zu lassen.“

„Brauchen wir so etwas wie diese Sekte wirklich? Ich will sie nicht. Es gibt doch bestimmt eine sinnvollere Nutzung für das Gelände, oder? Bitte macht das rückgängig!“

„Hey, wir sind dafür, dass dort endlich was Neues entsteht und dass dort Recht und Ordnung geschaffen wird.“

„Vor dem Hintergrund der öffentlich zur Schau gestellten homophoben Haltung der Zion GmbH & der \Freikirche Lebensquelle e.V.\ finde ich es unverantwortbar, dass Menschen, die solche Positionen vertreten, dazu ermächtigt werden, über ein derart großes Terrain in der Nähe der Osnabrücker Innenstadt zu verfügen.“

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