Ausgelassene Stimmung Fotos: So läuft „Osnabrück isst gut“ 2016

Von Claudia Scholz


Osnabrück. Strandhütten-Flair und gutes Essen auf dem Osnabrücker Marktplatz: Das gibt es beim Gourmet-Festival „Osnabrück isst gut“, das noch bis 21. August geht.

Bei klarem Himmel und milden 22 Grad sitzt es sich auf dem Osnabrücker Marktplatz am Abend wie im Urlaub. Erhöhte Holzbänke auf luftigen Veranden und Sommerschirme sorgen für Beachclub-Atmosphäre bei „Osnabrück isst gut“ . Jeder Platz auf dem Marktplatz ist besetzt. Wie am Strand zeigen Wegweiser an einem Baumstamm die Richtung zum lukullischen Vergnügen.

Dieses Jahr versorgen wieder acht Stände die Osnabrücker Hobby-Gourmets mit Leckereien. Die Restaurants „Lotter Leben“ und „Tatort Engels“ sind wieder mit von der Partie, das Lokal „EssTheater“, genauso wie Wiesmann Catering. Als einziger Nicht-Osnabrücker ist das „Gasthaus zum Dörenberg“ aus Bad Iburg gekommen. Die riesige hölzerne Strandhütte des „Alando Palais“ mit langer Bar ist mit falschen Möwen, Tauen und allerlei Stranddeko auf Sansibar-Feeling getrimmt.

Schicke Frauen „gefühlt 30“

Wohin das Auge reicht: hübsche Frauen mit knalligen Lippenstiftfarben, volumigen Haarwellen und eleganten Sommerkleidern. Ein bisschen Sehen und Gesehenwerden. „Hier kann man sich mal schön machen“, sagt Anne aus Osnabrück, sie ist mit ihren sechs Freundinnen gekommen, nur ein Mann ist dabei. „Den teilen wir uns heute“, sagt sie, alle lachen. „Wir genießen das schicke Ambiente. Es ist nicht so gedrängt, hier kann man gemütlich sitzen“, sagt Marianne, die sich im Loungemöbel zurückgelehnt hat. Wie der Großteil der Besucher sind auch sie zwischen 50 und 70, aber eigentlich „gefühlte 30“. Gutes Essen macht ihnen Spaß. Das Rinderfilet von Wiesmann soll „sehr zart“ gewesen sein. Für gut 20 Euro eines der teuersten Gerichte auf dem Fest.

Westerberg-Publikum

Martin, ein adretter Herr in Anzug ist direkt vom Büro spontan zum Marktplatz gekommen, um hier ein leichtes Dinner einzunehmen. „Hier trifft man immer jemanden aus der Stadt oder dem Landkreis, da macht es auch nichts, wenn man allein kommt“, sagt der 60-jährige Osnabrücker, der nur zehn Minuten vom Platz am Westerberg wohnt. Dann winkt er einem Bekannten zu. Das Kalbstafelspitz auf seinem Teller sieht sehr gut aus. Hervorragend schmecken auch die Garnelen mit Basilikumpesto und der auf Niedrigtemperatur gegarte Zander auf Steinpilzrisotto am Stand des „Gasthaus zum Dörenberg“.

Großer Aufwand für die Köche

Das Kochteam des Bad Iburger Lokals brachte seinen Niedrigtemperaturkocher und den Riesen-Smoker mit. „Es ist schon ein Aufwand, alles hierher zu transportieren, aber es lohnt sich auch, neue Gäste werden auf uns aufmerksam“, sagt Inhaber und Chefkoch Holger Bäumker, der jetzt das zweite Jahr mit dabei ist. Rund 180 Personen verköstigen sie am Abend, da muss schnell gekocht und bedient werden. Denn die Plätze sind begehrt. Auch an den anderen Ständen rennen die Kellner flott umher, angespornt von ihren Chefs. Da noch die Rechnung hin, noch ein Glas für die Dame, husch husch.

Ein Paar aus Sutthausen, das auch schon die vergangenen Jahre da war, hat noch zwei freie Plätze gefunden. „Viel Auswahl, wo man isst, gibt es nicht. Man setzt sich dahin, wo etwas frei ist. Da muss man schnell sein“, sagt Kerstin. „Um halb neun Uhr zu viert kommen und Plätze suchen, wird schwierig“, ergänzt ihr Partner Björn.

Roséwein in rauen Mengen

Bei Tatort Engels werden Roséwein und Grauburgunder in rauen Mengen ausgeschenkt, das gute Wetter spornt den Gaumen an. Ein Highlight ist die Crème-bûlée-Tarte mit Espressoeis von Hans-Peter Engels. In seinem Zelt sind sie zu dritt in der Küche, es gibt kurz angebratenen Thunfisch und Wolfsbarsch. „Die Sachen müssen gut und frisch sein, aber händelbar. Kurz angebratener Fisch macht sich da gut“, sagt der Koch, der mit seinem Team vier Tage vorher mit der Vorbereitung begann.

Gegen 21 Uhr verwandelt sich das Renaissance-Ensemble des Marktplatzes in eine bunte Lichtershow. Psychedelische Farben tanzen über die Häuserwände, grünes und orangenes Neonlicht flammt auf, Laser der ortsansässigen Firma „Lightline Lasertechnik“ projizieren das Osnabrücker Rad auf Kirche und Rathaus. Je dunkelblauer der Himmel wird, umso spektakulärer leuchten die vielen Lasermalereien ringsumher. In den Lounges flackern kleine Feuer.

Schallend und lallend

Der Geräuschpegel ist mittlerweile gestiegen. Um 22 Uhr zeigt der gute Wein seine Wirkung. Es wird schallend gelacht und auch gelallt. Gläser fliegen um und manche vergessen sogar, beim Weggehen zu bezahlen. Steuerberater, Anwälte und Society-Ladys fallen über die Tische. Rüstige 80-jährige Gentleman trinken über den Durst und wollen gar nicht mehr weg. Die Alando-Hütte wird zum Schlagerzelt à la Ibiza.

Noch bis Sonntag, den 21. August, geht das Gourmet-Fest auf dem Marktplatz Osnabrück weiter. Am heutigen Freitagabend ist ab 17 Uhr geöffnet. Am Wochenende geht es schon um 12 Uhr mittags los. Der Getränkeausschank geht je nach Nachfrage und Wetter bis Mitternacht, die Küchen schließen gegen 22 Uhr.


Das Osnabrücker Gourmet-Festival „Osnabrück isst gut“ geht noch drei Tage, bis Sonntag 21. August 2016. Am Wochenende, 20. und 21. August ist von 12 Uhr bis Mitternacht geöffnet.