Arbeiten nach Brand dauern an Halle auf Osnabrücker Helector-Gelände wird weiter saniert

Die bei einem Brand in Mitleidenschaft gezogene Halle auf dem Gelände des Helector-Recyclingcenters in Osnabrück wird nach wie vor saniert. Archivfoto: Moritz FrankenbergDie bei einem Brand in Mitleidenschaft gezogene Halle auf dem Gelände des Helector-Recyclingcenters in Osnabrück wird nach wie vor saniert. Archivfoto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Rund drei Monate nach dem Brand auf dem Gelände des Helector-Recyclingcenters am Fürstenauer Weg in Osnabrück wird die betroffene Halle nach wie vor saniert, der Müll aus Stadt und Landkreis in andere Anlagen gebracht.

Am Morgen des Himmelfahrttages war im Anlieferungsbunker des Unternehmens ein Feuer ausgebrochen , das letztlich den längsten Einsatz in der Geschichte der Osnabrücker Feuerwehr verursachte. Rund drei Monate später sind die Reparaturarbeiten auf dem Gelände nach Angaben von Roland Elmenhorst noch in vollem Gange: „Wir kommen mit den Arbeiten gut voran, die Fertigstellung ist absehbar“, sagt der Helector-Betriebsleiter im Gespräch mit unserer Redaktion.

Arbeiten „nicht von heute auf morgen zu erledigen“

Der Müll aus Stadt und Landkreis, der bis zum Brand bei Helector zu Trockenstabilat verarbeitet wurde, wird seitdem in andere Recyclinganlagen gebracht. Wie Elmenhorst auf Nachfrage mitteilt, sind durch das Feuer an der Halle selbst und auch am Kran, mit dem der Müll dort umgeschichtet wird, zumindest keine statischen Schäden entstanden. Dennoch sind die Reparaturarbeiten „nicht von heute auf morgen zu erledigen“. Gerade bei der Wiederherstellung des Krans sei das der Fall, so Elmenhorst: „Schon die Beschaffung von Ersatzteilen dauert Zeit, den Einbau müssen spezielle Fachfirmen erledigen.“ Am Hallenbauwerk müssen ebenfalls einige Arbeiten vorgenommen werden, die sich nach Elmenhorsts Angaben zum Beispiel auf die Fassadensanierung und die Installation der Innenbeleuchtung beziehen.

Arbeiten liegen im Plan

Ursprünglich war geplant, die Halle im September wieder in Betrieb zu nehmen . Das sei nach wie vor der Stand der Dinge, sagt Elmenhorst. „Wir liegen mit den Arbeiten im Prinzip voll im Plan, auch wenn es zwischenzeitlich immer mal kleinere Abweichungen gegeben hat. Das ist bei solchen Maßnahmen aber im Grunde normal.“ Einen exakten Termin, wann der Osnabrücker Müll wieder im Stadtteil Hafen verarbeitet wird, kann Elmenhorst freilich noch nicht nennen.

Löscharbeiten dauern mehrere Tage

Von dem Brand auf dem Helector-Gelände am Fürstenauer Weg am 5. Mai waren rund 1800 Kubikmeter Müll betroffen. Für die Feuerwehr, deren Einsatz sich letzten Endes bis zum 11. Mai hinzog, waren die Löscharbeiten deswegen schwierig, weil der Müll mit einem Bagger aus der Halle geholt werden musste, um ihn ablöschen zu können. Grund: Der in der Halle installierte Kran hatte aufgrund der großen Hitzeentwicklung den Geist aufgegeben. Bei der Belüftung des Bauwerks kam ein starker Ventilator zum Einsatz, den sich die Osnabrücker Feuerwehr bei den Kollegen aus Friesoythe geliehen hatte.

Selbstentzündung als Ursache

Zeitweise waren bis zu 180 Einsatzkräfte vor Ort, darunter neben Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk sowie die Polizei. Brandermittler hatten später als Ursache eine Selbstentzündung ausgemacht, offenbar bei Anlagen dieser Art keine Seltenheit. Zwei Tage später hatte es auch in der Lagerhalle des produzierten Trockenstabilats einen kleineren Brand gegeben, wie Ermittlungen ergaben, war auch hier die Ursache eine Selbstentzündung. Im Gegensatz zum Großbrand, der wohl eine Schadenssumme von rund einer Million Euro verursachte, war aber hier kein nennenswerter Schadenswert zu ermitteln.


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Wer ist Helector? Und was ist Trockenstabilat?

Die Helector GmbH ist ein griechisches Unternehmen, das wiederum zum börsennotierten griechischen Bau-Konzern Ellaktor gehört. 2005 hat Helector die hessische Firma Herhof Umwelttechnik GmbH übernommen, die das Trockenstabilatverfahren zur Verwertung von Restmüll entwickelt hatte.

Chronologie:

Mit Herhof hatten Stadt und Landkreis Osnabrück im Frühjahr 2001 einen Vertrag abgeschlossen: Das Unternehmen bekam den Restmüll-Entsorgungszuschlag für 18 Jahre verliehen – erst 2022 läuft er aus.

Im November 2003 begann Herhof mit dem Bau der 25 Millionen Euro teuren Müllbehandlungsanlage am Fürstenauer Weg, im Januar 2005 meldete das Unternehmen allerdings Insolvenz an. Unter dem Dach von Helector wurde die Herhof-Recyclinganlage Ende 2005 in Betrieb genommen, seit Februar 2006 läuft sie unter Volllast.

Das bedeutete das Ende der Zentraldeponie Piesberg als Müllkippe. Seit 1976 war dort der Restmüll (graue Tonne) aus Stadt und Landkreis Osnabrück entsorgt worden.

Trockenstabilat:

Der Müll wird in der Osnabrücker Anlage vorsortiert, zerkleinert und in sogenannte „Rotteboxen“ transportiert, beschreibt die Herhof GmbH (wiederum eine hundertprozentige Tochter von Helector) auf ihrer Internetseite. In diesen Rotteboxen „wird dem Abfall auf biologischem Wege Wasser entzogen“. Der Müll wird also getrocknet. Sechs bis sieben Tage dauere das. Und dann werden schließlich Wert- und Energiestoffe voneinander getrennt. Der biologische Rest wird zu Pellets gepresst, die wiederum als Brennstoff genutzt werden. In Deutschland gibt es nur vier Trockenstabilat-Anlagen: Die anderen stehen in Dresden, Rennerod (Westerwald) und Aßlar im hessischen Lahn-Dill-Kreis.

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