Proben für die Kulturnacht Wiedervereinigung der „Morgenland Young Stars“


Osnabrück. Das Jugendensemble der Sommerakademie 2015 des Morgenlandfestivals probt zurzeit für einen erneuten Auftritt, dieses Mal bei der kommenden Kulturnacht. Auf dem Programm steht unter anderem die Uraufführung des Erstlingswerks „Arabica“ von Trompeter Simon Schöttner.

Arabische Klänge für die Kulturnacht am 27. August bereiten zurzeit zwölf junge Musiker vor. Mit Klavier, Bass, Gitarre, Trompete, Flöte, drei Klarinetten, zwei Sängerinnen, einem Percussionisten und einem Altbariton-Saxofon nähern sich die „Morgenland Young Stars“ der Musik des Orients und ihrer Geheimnisse. Keines der Instrumente ist typisch für die Musik der Region, aber gerade das macht die Arbeit so besonders. Wie produziert man arabische Mikrotöne mit westlichen Instrumenten? Was macht man daraus? Diesen Fragen sollten sich die Schüler vor einem Jahr im Rahmen der Sommerakademie des Morgenlandfestivals stellen. Damals spielten die Musiker unter Anleitung der Meisterlehrer des Festivals und traten auch gemeinsam auf.

„Wir nehmen die Arbeit des Festivals auf“

Jetzt kommen die „Young Stars“ noch einmal zusammen. „Wir nehmen die Arbeit des Festivals auf“, freut sich Friederike Ankele, Leiterin der Organisation des Morgenlandfestivals. „Wir wollten, dass die Gruppe nicht einfach verloren geht.“ Dabei sei es schwierig, solche kurzzeitigen Gruppen zu erhalten. „Die Jugendlichen haben andere Projekte und einen vollen Terminplan. Selbst die Proben für die Kulturnacht sind schwer zu organisieren“, meint sie. Es sei schon sehr hilfreich, dass die Universität den Musiksaal im Schloss und das Equipment für die Proben zur Verfügung stelle, so Ankele.

Nur vier Probentermine

Gerade einmal vier Proben hat das Ensemble geplant. Kinan Azmeh, Dima Orsho und Rony Barrak, die Meisterlehrer der Sommerakademie 2015, sind nicht mehr in Osnabrück. Mit Edin Mujkanovic von der Uni Osnabrück haben die „Young Stars“ einen neuen, kompetenten Übungsleiter, der dank seiner Arbeit mit dem Ensemble Cicinatela über einen enormen Erfahrungsschatz verfügt und immer wieder mit seinen Ideen die Arbeit bereichert.

Erste eigene Komposition

Auf dem Plan steht dieses Mal eine Uraufführung. Simon Schöttner, Trompeter des Ensembles, stellt seine erste eigene Komposition vor. Inspiriert durch die Arbeit im Rahmen der Sommerakademie hat er das Stück „Arabica“ geschrieben, das nun gemeinsam mit dem Ensemble einstudiert und perfektioniert wird. „Ich habe mich schon länger mit dem Thema Komposition beschäftigt“, berichtet der 16-Jährige. Als die Idee des Auftritts konkret wurde, habe er bei den anderen angefragt, „ob wir das Stück spielen können“, erinnert sich Schöttner. Nun steht die Premiere seines Erstlingswerks kurz bevor. „Es ist toll. Man präsentiert durch die Musik schließlich ein Stück von sich selbst.“ Von der Zusammenarbeit im Ensemble ist der junge Komponist begeistert.

Zugang zur arabischen Musik

Mit dem Computerprogramm Cubase hat er die verschiedenen Stimmen komponiert, jetzt müssen sie im Zusammenspiel ausgearbeitet werden. „Edin kann da einiges beisteuern. Es ist toll, dass er das Stück überhaupt angenommen hat.“ Als zweites Stück wird das Werk „Wedding“ des aus Syrien stammenden Klarinettisten Kinan Azmeh wieder aufgenommen. Während der Sommerakademie hatten die jungen Musiker das Werk gemeinsam mit dem Komponisten erarbeitet. Im Oktober werde es wieder eine Akademie geben, kündigt Ankele an. „Die Bohnenkamp-Stiftung war von der Arbeit so überzeugt, dass sie das Projekt sponsern wird.“ Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren können dann wieder einen Zugang zur arabischen Musik bekommen.


Im Rahmen der Kulturnacht am Samstag, 27. August 2016, wird die Gruppe ab 18 Uhr zu jeder vollen Stunde im Foyer der Lagerhalle auftreten.

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