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Mobiles Einsatzkommando Ingo Witte repariert auf den Märkten der Region Fahrräder

Von Marie-Luise Braun

Der Gründer der „Schaltzentrale“: Ingo Witte bietet einen Fahrradservice auf Wochenmärkten der Region an.Foto: Marie-Luise BraunDer Gründer der „Schaltzentrale“: Ingo Witte bietet einen Fahrradservice auf Wochenmärkten der Region an.Foto: Marie-Luise Braun

Osnabrück. Der Frühling ist da – Zeit, das Fahrrad wieder herzurichten. Mit seiner „Schaltzentrale“ ist Ingo Witte dabei behilflich. Seit 2005 gehört er mit seinem mobilen Fahrradservice zu den Osnabrücker Wochenmärkten – und hat sich inzwischen etabliert.

Der Winter sei hart fürs Fahrrad und eine große Belastung, meint Ingo Witte. „Da ist es wichtig, im Frühjahr die Fahrtauglichkeit und die Bremsen zu überprüfen, schon der eigenen Sicherheit wegen“, sagt der Mann unter der Wollmütze. Bei jeder Anfrage hat er sofort das richtige Werkzeug, das passende Ersatzteil zur Hand.

Den Anhänger, mit dem er donnerstags in der Nähe von St. Katharinen steht, hat er für seine Bedürfnisse umgebaut. Vor drei Jahren hat er ihn einem Marktkollegen abgekauft. „Er war völlig im Eimer“, erinnert sich Witte. Doch mit der Schrauberei kennt er sich aus, und so brachte er den Anhänger wieder in Schuss.

Unter seinem Dach prüft er zusammen mit zwei Mitarbeitern, ob an den Fahrrädern der Kundschaft alles tipptopp ist. Die drei stehen nicht nur donnerstags am Ledenhof, sondern auch samstags am Domhof, dienstags an der Lerchenstraße – und in GM-Hütte ist die Schaltzentrale freitags beim Wochenmarkt dabei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wer sein Rad vorbeibringt, ist willkommen.

Begonnen hat alles 2003 vor der Mensa im Schlossgarten. Dort reparierte Ingo Witte während der Vorlesungszeit die Fahrräder der Studenten. Im September 2005 hat er seinen Aktionsradius erweitert und ist seither auf den Wochenmärkten zu finden. Zunächst brachte er Werkzeug, Luftpumpen, Schlösser und Ersatzteile in einem Bulli unter, jetzt im Anhänger.

Studium abgebrochen

Auf die Idee seines mobilen Einsatzkommandos ist er durch einen Freund gekommen. Witte hatte zunächst andere Pläne und nach seiner Lehre als Elektroniker ein Studium der Kulturwissenschaften in Hildesheim begonnen. Doch das hat er bereits vor einiger Zeit an den Nagel gehängt.

Seither kümmert er sich beruflich nur noch um Drahtesel. „Die Räder sollen laufen“, sagt er zu seiner Motivation. Witte will den Spaß am Fahrradfahren fördern. Dazu bildet er sich ständig beim Verbund Service Fahrrad (VSF) fort – und tauscht sich in den VSF-Foren mit Kollegen aus, erzählt Witte, während er aufmerksam verfolgt, was um ihn herum passiert, welcher Kunde eine Frage hat.

Und dann fällt ihm noch etwas ein: „Ab Anfang April ändert sich unser Standort auf dem Markt am Ledenhof. Wir stehen dann direkt vor der Katharinenkirche“, sagt er, greift zum Fahrrad und klemmt das nächste in eine der Halterungen unterm Vordach. Denn jetzt, im Frühling, hat er viel zu tun.

Mehr Informationen unter www.schaltzentrale.net


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